Cedric King
 - 2. Oktober 2019

5 Einsparpotentiale mit SAP ME

5 Einsparpotentiale mit SAP ME

Mit steigendem Wettbewerb und Kosten für die Fertigung steigt auch der Bedarf an der Optimierung der Produktion. Ziel ist es, die Produktionskosten bei gleichbleibender Qualität so gering wie möglich zu halten und Prozesse immer effizienter zu gestalten. Eine Möglichkeit, die hier nachhaltig unterstützen kann, ist ein Produktionsleitsystem wie die Manufacturing Execution Suite von SAP. In diesem Blogbeitrag stelle ich Ihnen fünf Einsparpotentiale vor, die mit Hilfe von SAP ME genutzt werden können. 

Potential 1  Erhöhung der Wertschöpfung durch Automatisierung der Betriebsdatenerfassung  

Betriebsdaten wie z. B. Produktionsrückmeldungen, Störungsfälle oder Lohnkosten können mit Hilfe von SAP ME direkt an Terminals am Arbeitsort oder durch eine direkte Anbindung an die Maschine vollautomatisch zurückgemeldet werden. Dadurch sparen Sie manuelle Aufschriebe auf Rückmeldezettel, die erneute Eingabe in Ihr SAPERP oder S/4HANASystem, Papier und teure Ressourcen, die sich wertschöpfenderen Aufgaben widmen können.

Dieses Einsparpotential kann bereits mit der in SAP ERP integrierten Standardschnittstelle für die SAP Betriebsdatenerfassung (BDE) kostengünstig realisiert werden. 

Potential 2  Reduzierung der Durchlaufzeiten  

Hohe Durchlaufzeiten können mehrere Gründe haben. Neben der Sicherstellung der Materialverfügbarkeit zur richtigen Zeit am richtigen Ort und der Planung der Kapazitäten zur Vermeidung von Kapazitätsengpässen, können auch ungeschultes Personal und eine ineffiziente Personaleinsatzplanung Gründe für erhöhte Durchlaufzeiten sein.

Mittels einer Wertstromanalyse können Verschwendungen wie z. B. Liegezeiten identifiziert werden, die die Durchlaufzeit erhöhen und einen Verschwendungsgrad im häufig hohen zweistelligen Prozentbereich verursachen. 

SAP PP/DS als Feinplanungstool und SAP Manufacturing Execution für die Steuerung und Durchführung der Produktion können die Effizienz in der Produktion erhöhen, Kapazitätsengpässe vermeiden, in Kombination mit einem Lagerverwaltungssystem die Materialverfügbarkeit sicherstellen und somit auch die Durchlaufzeit vermeiden.

Hierbei liegt der Hauptvorteil nicht in der initialen Planung, sondern in der schnellen Reaktion auf kurzfristige Änderungen (z. B. Personalausfall, Störungen an einer Maschine, …). Die Integration von Shop-Floor und Produktionsplanung durch SAP ERP bzw. SAP S/4HANA und SAP MES ermöglicht dies.  

Industrie 4.0 mit SAP MES [Präsentation]

In dieser Präsentation bekommen Sie einen Einblick in das Thema Industrie 4.0 und SAP MES.

Potential 3  Vermeidung von Anlagenstillstand  

Anlagenstillstände durch Rüsten, Wartung oder fehlendes Personal reduzieren die Leistungsfähigkeit der Produktion, erhöhen die Durchlaufzeiten und kosten Geld. Besonders bei kundenindividueller Produktion und der Fertigung unterschiedlicher Teile auf derselben Maschine, kann es zu häufigem Rüsten kommen.

Durch gezielte Datenerfassung, Auswertung und Produktionsplanung mit Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie z. B. Lieferdatum, Kapazitäten und Materialbedarf können verursachte Anlagenstillstände reduziert werden. 

SAP Manufacturing Execution bietet die Basis für folgende Funktionen: 

  • Überwachung und Management von Werkzeugen 
  • Erfassung von Betriebs- und Maschinendaten, um frühzeitig Defekte zu erkennen und Wartungen einzuplanen 
  • Predictive Maintenance 
  • Losgröße 1 für hohe Flexibilität gegenüber Kundenanforderungen 
  • OEE  Overall-Equipment-Effectiveness 

Zuzüglich kann eine integrierte Personaleinsatzplanung Verfügbarkeit von passenden Mitarbeitern zur richtigen Zeit sicherstellen und Einfluss auf die Produktionsplanung und -durchführung nehmen. SAP ME stellt durch die Integration in HCM sicher, dass nur Mitarbeiter mit entsprechender Qualifikation entsprechende Maschinen bedienen dürfen. 

Potential 4  Minderung von Nacharbeit durch nachhaltige Qualitätsverbesserungen in den Produktionsmaschinen  

Durch ständige Material- und Chargennachverfolgbarkeit, Echtzeit-Datenerfassung und -auswertung sowie Abweichungsmanagement (Non-Conformance), kann die Qualität entlang der Produktion und an den Maschinen nachhaltig erhöht werden. Der Schlüssel hierzu ist die Erfassung der relevanten Daten, die über Reportingmöglichkeiten und das Non-ConformanceManagement von SAP Manufacturing Execution genutzt werden können.

Durch die Integration von SAP ERP bzw. SAP S/4HANA und dem Shop-Floor über SAP ME ist eine schnelle Reaktion auf Qualitätsprobleme und -herausforderungen möglich. Somit sichern Sie nicht nur interne Qualitätsanforderungen, sondern können auch die Qualitätsanforderungen Ihrer Kunden durch automatische Überwachung und Steuerung erfüllen und sicherstellen. 

Industrie 4.0 und SAP: Herausforderungen und Lösungsansätze

In diesem Whitepaper zeigen wir Ihnen die größten Herausforderungen im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 und welche Lösungsansätze SAP hierfür bietet.

Potential 5  Verringerung von Inventurdifferenzen und Lagerkosten 

Hohe Inventurdifferenzen am Ende des Jahres sind häufig ein enormer Kostenfaktor der Produktion, der vermieden werden kann. Grund für solche Differenzen ist häufig der Unterschied von tatsächlich verbrauchtem Material und dem systemseitig verbrauchten Material im ERP.

Durch eine Integration von Shop-Floor und SAP ERP bzw. SAP S/4HANA mit Hilfe von SAP MES können statt kalkulatorischer Werte aus dem Arbeitsplatz, IST-Daten verbucht und somit hohe Inventurdifferenzen vermieden werden. Die Daten hierfür stehen an der Maschine meist bereits zur Verfügung. 

Zudem dürfen die Lagerkosten für gelagertes Material in oder für die Produktion nicht vernachlässigt werden. Neben ungenauer Planung kann auch eine ineffiziente Prozess- und Maschinensteuerung leicht zur Überproduktion führen. Basis für die Produktionsmenge ist häufig der erwartete Ausschuss, der mit Hilfe des Non-ConformanceManagements von SAP ME langfristig reduziert werden kann. 

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5 Einsparpotentiale mit SAP ME

Die Inventur ist ein unumgänglicher und gesetzlich vorgeschriebener Prozess, in dem der (Lager-)Bestand festgehalten wird. Die Inventur ist häufig einer der ersten Lagerprozesse, der mobil abgebildet werden soll.

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Fazit 

Mit Sicherheit ist jede Produktion individuell und sieht sich mit der einen Herausforderung mehr konfrontiert als mit einer anderen. Eine klare Identifizierung der Optimierungs- und Kostenpotentiale kann häufig erst durch eine Wertstromanalyse belegt werden. Dennoch ist eine Einheitliche Steuerung des Shop-Floors sowie eine Integration der operativen in die betriebswirtschaftlichen Prozesse elementar, um genaue Ergebnisse zu erfassen und langfristig die Kostenfaktoren in der Fertigung zu reduzieren und zu eliminieren.

SAP Manufacturing Execution (SAP ME) bietet vielerlei Funktionen, die eine Effiziente Steuerung, Kontrolle und Reporting der Fertigung und des Shop-Floors möglich machen.

Cedric King

Cedric King

Mein Name ist Cedric King und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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2 Kommentare zu "5 Einsparpotentiale mit SAP ME"

Benjamin Neudorf - 16. Oktober 2019 | 8:34

Ist der Einsatz von SAP ME für jedes produzierende Unternehmen möglich oder sind gewisse Voraussetzungen notwendig?

Antworten
Cedric King - 17. Oktober 2019 | 23:47

Hallo Herr Neudorf,

generell kann SAP ME sowohl als alleinstehendes System als auch integrativ mit SAP ERP oder SAP S/4HANA betrieben werden. Wenn Sie SAP ME on-Premise nutzen möchten, sollten Sie in der Auftragsfertigung tätig sein. Mit der Digital Manufacturing Execution Cloud arbeitet die SAP aktuell an einer Lösung, die auch mit anderen Fertigungsarten einfach kompatibel wird. SAP ME muss allerdings nicht immer sinnvoll für ein produzierendes Unternehmen sein.

Arbeiten Sie mit SAP ERP bzw. S/4HANA und welche Fragen kann ich Ihnen hierzu noch beantworten?

Viele Grüße,
Cedric King

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