SAP SD

SAP SD, kurz für Sales and Distribution, ist ein Kernmodul im SAP-System und dient der Organisation sämtlicher Vertriebsaktivitäten. Es wird als Teil des SAP ERP ausgeliefert und muss von Unternehmen nicht extra erworben werden.

Funktion

Mithilfe von SAP SD können Unternehmen den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen an Geschäftspartner abbilden, von der ersten Anfrage über das Angebot bis hin zur Abwicklung der Lieferung und der Rechnungslegung. Auch Retourenprozesse bildet SAP SD ab.

Aufgabenbereiche von SAP SD

  • Pre-Sales-Aktivitäten (inkl. Erstellung von Anfragen und Angeboten)
  • Kundenauftragsabwicklung (inkl. Erstellung von Kundenaufträgen)
  • Versand (inkl. Erstellung von Auslieferungsbelegen)
  • Fakturierung (inkl. Faktura und Rechnungserstellung)
  • Außenhandel und Zoll
  • Kreditmanagement

SAP SD dokumentiert den Verkaufsprozess mithilfe von Vertriebsbelegen. Zu unterscheiden sind im Wesentlichen drei verwendete Belegarten: Aufträge, Lieferungen und Fakturen.

E-Book: SAP SD in S/4HANA

Hier bekommen Sie einen Einblick in die SAP S/4HANA Line of Business (LoB), welche die ehemalige „Sales & Distribution“ (SAP SD) umfasst.

Vorteile

Der Einsatz von SAP SD bietet eine Vielzahl von Vorteilen.

Effizienz-Optimierung

Bereits die erste Kontaktaufnahme und die Anfrage eines Kunden kann mithilfe von SAP SD dokumentiert werden. Der Vorteil: So sind Erfolgsquoten im Vertrieb nachvollziehbar, indem z. B. ausgelesen wird, aus wie vielen Anfragen tatsächliche Aufträge resultieren. Optimierungen können faktenbasiert erfolgen und Erfolge sind klar messbar.

Automatisierung

Der Angebots- und Verkaufsprozess kann zudem in weiten Teilen automatisiert stattfinden. Da SAP SD nahtlos in die weiteren SAP-Module integriert ist, können

  • Stammdaten, die bereits in anderen Modulen vorliegen, automatisch gezogen werden, sodass Mitarbeiter Zeit bei der Eingabe sparen und sich das Fehlerpotenzial beim Erfassen neuer Vorgänge minimiert.
  • individuelle Konditionsarten und Konditionssätze für jeden Kunden zentral gespeichert werden, die dann automatisch bei jeder Angebotsstellung Berücksichtigung finden.
  • Warenbewegungen lückenlos überwacht werden, sodass automatisch Warenausgänge dokumentiert, Lieferbelege erstellt und Warenbestände aktualisiert werden.
  • Rechnungen automatisch an die Finanzbuchhaltung weitergeleitet werden.

Compliance

Die lückenlose Dokumentation sorgt für eine hohe Compliance und vermeidet Ärger mit dem Wirtschaftsprüfer.

Individualisierung

Im Gegensatz zu anderer Software lässt sich SAP SD detailliert auf die unternehmensindividuellen Prozesse anpassen. Dies ist eine generelle Stärke des SAP-Systems, macht sich jedoch im unternehmenskritischen Bereich Vertrieb umso stärker bemerkbar.

SAP SD

Submodule

Die einzelnen Schritte des Vertriebsprozesses werden im SAP SD über Submodule dargestellt. Derzeit gliedert SAP in 8 Submodule:

SAP-SD-MD (Master Data)

Dieses Submodul verwaltet alle Transaktionen, Kunden- und Produktdaten, Preisangaben und übernimmt das Kreditmanagement.

SAP-SD-BF (Basic Functions)

In diesem Submodul sind die Basisfunktionalitäten des Verkaufs- und Vertriebsprozesses verortet.

SAP-SD-SLS (Sales)

In diesem Submodul werden die Details für Verkaufsvorgänge gespeichert – zum Beispiel Produktangaben, Kundendaten, Preise und Kundenfeedback.

SAP-SD-SHP (Shipping)

Das Submodul bildet die verschiedenen Liefermodalitäten für ein Produkt ab. Der Prozess wird vom Versand über die Auslieferung bis zu einer eventuellen Retoure abgebildet.

SAP-SD-TBA (Transportation)

In diesem Submodul, das eng mit dem Shipping-Modul verzahnt ist, werden Details zu Liefervorgängen aufgezeichnet.

SAP-SD-FTT (Foreign Trade)

Das Submodul verwaltet Details zu importierten und exportierten Produkten. Es ist vor allem für international agierende Unternehmen von Bedeutung.

SAP-SD-BIL (Billing)

Das Submodul verwaltet die verschiedenen Zahlungsoptionen.

SAP-SD-CAS (Sales Support)

In diesem Submodul wird der Kundensupport abgebildet. Es verwaltet die Kommunikation zwischen Sales Team und Käufern.

Integration

Vertrieb und Logistik sind Kernprozesse jedes Unternehmens. Daher ist SAP SD über Schnittstellen eng mit anderen Modulen verzahnt. Zu den wichtigsten gehören die Module für Materialwirtschaft (SAP MM), Produktionsplanung (SAP PP), Qualitätsmanagement (SAP QM) und Finanzwesen/Controlling (SAP FI/CO). Der Informationsfluss ist wechselseitig. Erst in der Kombination mit weiteren SAP-Modulen spielt SAP SD seine volle Stärke aus.

SAP PP: Veränderungen in der Lieferkette werden in Echtzeit verarbeitet und an den Vertriebsprozess zurückgemeldet. Auf Basis der Informationen aus der Produktionsplanung können dem Kunden frühzeitig Lieferzeiten, geplante Liefertermine oder auch Veränderungen des Liefertermins gemeldet werden. Die Aufträge aus dem SD spielen außerdem selbst eine Rolle für die Produktionsplanung. Kundenaufträge können direkt genutzt werden, um zu planen, wann welche Produkte auf welchen Fertigungsanlagen produziert werden sollen und welche Ressourcen benötigt werden.

SAP MM: Die Materialwirtschaft meldet beispielsweise aktuelle Warenbestände. Wenn Ware am Lager ist, dann kann ein möglicher Liefertermin in MM kalkuliert werden. Kundenaufträge können in MM genutzt werden, um den Materialbedarf zu prognostizieren, um so sicherzustellen, dass genügend Materialien im Lager vorhanden sind. Auch Warenausgänge werden in MM gebucht und an den Vertriebsprozess zurückgemeldet. Der Warenausgang kann zum Beispiel auch die Ausstellung der Rechnung auslösen.

SAP FI/CO: Vom SAP SD fließen nicht nur Informationen an die Finanzbuchhaltung, der Vertriebsablauf wird auch durch Informationen aus der Finanzbuchhaltung beeinflusst. Bei einer negativen Bonitätsprüfung kann beispielsweise eine Warnung ausgegeben oder ein Automatismus implementiert werden, dass dieser Kunde nicht beliefert wird oder erst gar kein Vertragsabschluss möglich ist.

SAP QM: Über die Qualitätssicherung des SAP QM können Prüflogiken in den Vertriebsprozess integriert werden, sodass bei Nichterreichen von Standards vorab definierte Regeln greifen. Zum Beispiel ist es möglich, vor dem Warenausgang Qualitätsprüfungen durchzuführen und bei Nichteinhaltung der geforderten Qualitätsstandards die Auslieferung der Ware zu stoppen. So kann sichergestellt werden, dass der Kunde immer eine hohe Qualität geliefert bekommt.

Fazit

Die Konfiguration von SAP SD erfordert fortgeschrittene Kenntnisse im Umgang mit SAP-Produkten, nicht zuletzt aufgrund des modularen Aufbaus der Vertriebssoftware. Haben Sie Fragen zur Implementierung, Konfiguration oder Integration von SAP SD in Ihrem Unternehmen, kontaktieren Sie gerne unsere Experten von MindLogistik.

Alle Mitarbeiter verfügen über umfassende Kenntnisse in der Anpassung und Optimierung von SAP-Vertriebsprozessen und unterstützen Sie gerne bei Ihrer aktuellen Herausforderung.

Schreiben Sie uns eine E-Mail oder melden Sie sich telefonisch.


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