SAP PP

Im Modul SAP PP (SAP Production Planning and Control) sind sämtliche Werkzeuge der Produktionsplanung und Steuerung des SAP ERP-Systems angesiedelt. SAP PP ermöglicht die zeitliche und räumliche Planung der Produktionstätigkeiten und die Steuerung der Versorgungskette im Unternehmensumfeld.

In der Produktionsplanung fließen die relevanten Stammdaten aus anderen Bereichen zusammen, sodass ein sauberes Stammdatenmanagement in den vorgelagerten SAP Modulen für den Einsatz von SAP PP unabdingbar ist. Zu diesen Stammdaten gehören beispielsweise Stücklisten und Arbeitspläne, aber auch Bestandsinformationen aus der Materialwirtschaft und vorhandene Mitarbeiterkapazitäten aus dem Modul SAP HR. Ähnlich wie andere Module im SAP ERP-System auch, untergliedert sich SAP PP in viele weitere Untermodule, die jeweils bestimmte Geschäftsbereiche und -prozesse abdecken.

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Funktionsweise von SAP PP

In der Produktionsplanung werden sämtliche Produktionsprozesse eines Unternehmens abgebildet. Das Modul ist so konzipiert, dass es die teilweise erheblichen Produktionsunterschiede von Unternehmen in einem Modul zusammenfasst und abbildet. Zu diesem Zweck werden die bestehenden Produktionsprozesse analysiert und in Massen-, Sorten-, Serien- und Einzelfertigungen eingeteilt.

Das Ziel in dem Zusammenhang ist die Findung des jeweils am besten geeignetsten Produktionstypen. Dieser hat wiederum maßgeblichen Einfluss auf die Prozessabwicklung und -logistik. In der Praxis ist es nicht ungewöhnlich, dass mehrere Produktionstypen parallel eingesetzt werden, um die Produktion eines Unternehmens abzubilden. Das Modul SAP PP gliedert sich in mehrere Untermodule auf, die jeweils ganz bestimmte Prozessarten abbilden können.

In vielen Fällen spielt die Flexibilität in der Prozessabwicklung eine wichtige Rolle. Unternehmen sind häufig durch neue Technologien oder marktwirtschaftliche Veränderungen gezwungen, ihre bestehenden Prozesse abzuwandeln und die Produktion zu verändern, um weiter wirtschaftlich produzieren zu können. Daher sind die Produktionstypen in der Produktionsplanung von SAP PP so gestaltet, dass sich jederzeit Prozessumstellungen integrieren lassen, auch wenn der bestehende Prozess dadurch stark verändert wird.

Die Produktionsplanung ist dabei nicht nur von den eigenen Kennzahlen abhängig, sondern bedient sich auch an Daten aus anderen Modulen. Sämtliche Informationen vor der eigentlichen Produktion einer Ware fließen in der Produktionsplanung zusammen und werden aufbereitet. Daher ist die Gründlichkeit dieser Daten von großer Bedeutung, denn sie haben einen entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Abwicklung des Produktionsprozesses.

Die Möglichkeiten im Modul SAP PP

SAP PP bietet von Haus aus Werkzeuge zur Planung des aktuellen und zukünftigen Bedarfs und der benötigten Produktionsmengen. Gleichermaßen können Arbeitspläne und -vorräte sowie die Fertigung einer Ware geplant werden. Die Fertigung kann unter Berücksichtigung terminlicher und kapazitiver Faktoren gesteuert und überwacht werden.

Die dabei erhobenen Daten können in Echtzeit erfasst und ausgewertet werden. Das Ziel im Modul SAP PP ist nicht nur die Abwicklung eines schlanken und effizienten Produktionsprozesses, sondern auch das Controlling der Ressourcen und Kosten in der gesamten Produktion eines Unternehmens.

Daher ist auch die Material- und Kapazitätsbedarfsplanung ein wesentlicher Teil von SAP PP. Die Werkzeuge erlauben neben den Planungsmöglichkeiten aber auch das Monitoring der einzelnen Bedarfe und der aktuellen und zukünftigen operativen Kennzahlen. Durch eine Feinterminierung kann die Produktion Auslastung der Produktion bis weit in die Zukunft vorgeplant werden und auf eine Über- oder Unterdeckung bereits frühzeitig reagiert werden.

Sofern neben den bestehenden Werkzeugen noch weitere benötigt werden, können durch kundeneigene Anpassungen neue Programme und Funktionen in das Modul eingeschleust werden. Dies gilt auch für Anpassungen an den Produktionstypen, wenn diese nicht von Haus aus die Produktionsprozesse eines Unternehmens umsetzen können.

Entsprechende Erweiterungspunkte erlauben individuelle Anpassungen, die die Standardprozesse so umgestalten, dass die Kundenprozesse problemlos implementiert werden können. Die SAP bietet eigens dafür entsprechende Schulungen und Weiterbildungen an.

SAP PP ermöglicht die Planung der Produktionstätigkeiten und steuert die Versorgungsketten.

Modulare Betrachtung von SAP PP

Wie bereits eingangs erwähnt untergliedert sich das Modul SAP PP in mehrere Untermodule. Diese decken jeweils bestimmte Teilbereiche ab, die das Modul in seiner Gesamtheit komplettieren. Das Besondere in diesem Zusammenhang sind die Synergien der einzelnen Untermodule mit anderen Modulen im ERP-System. So weist beispielsweise das Untermodul SAP PP-MRP (Manufacturing Resource Planning) einige Berührungspunkte mit der Materialwirtschaft im Modul SAP MM auf.

Im Folgenden werden die wichtigsten Untermodule kurz erläutert:

SAP PP-PI (Production Planning for Process Industries):

In dem Modul SAP PP-PI werden Prozesse und Funktionen für die chargenorientierte Fertigung abgebildet. SAP PP-PI unterstützt wesentlich bei der Integration der Produktions-, Entsorgungs- und Transportabläufe und wird hauptsächlich in der chemischen, pharmazeutischen und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Das Untermodul bietet eine Vielzahl von Funktionsbereichen und Objekten, die bei der Planung von großer Bedeutung sind. Beispiele dafür sind unter anderem die Planungsrezepte oder die Prozessaufträge.

SAP PP-ERP/SFC (Production Planning for Shop Floor Control SFC):

SAP PP-ERP/SFC führt die Fertigung und die Produktionsplanung zusammen. Die Fertigungsaufträge werden in die Produktion überführt und dort gesteuert und überwacht. Die überführten Fertigungsaufträge übermitteln relevante Informationen für die Produktion, wie benötigte Materialien, Termine und Ressourcen. Gleichzeitig wird in dem Untermodul die genaue Auftragskostenverrechnung aufgezeigt. SAP PP-ERP/SFC bietet zu diesem Zweck umfassende Controlling-Werkzeuge an, die bei der Kostenplanung und -steuerung unterstützen können. SFC wird hauptsächlich für komplexe Prozesse eingesetzt, die durch mehrere Fertigungsschritte und zwischenzeitliche Aus- und Umlagerungen charakterisiert sind.

SAP PP-REM (Production Planning for Repetitive Manufacturing REM):

Unternehmen, die eine Serien- und Fließfertigung einsetzen, können mit SAP PP-REM ihre Produktion planen. SAP PP-REM kommt daher häufig in der Automobilindustrie zum Einsatz. Das Ziel ist dabei die Bearbeitung der Produktionspläne unter Berücksichtigung zeit- und mengenbezogener Faktoren. SAP PP-REM reduziert darüber hinaus den Aufwand im Bereich der Istdatenerfassung. Das Untermodul besitzt Schnittstellen in das Modul SAP SD, welches im Vorfeld die Kundenaufträge erfasst und an die Produktionsplanung weiterleitet. Dadurch zeigt sich erneut die hohe Wichtigkeit eines sauberen und einheitlichen Stammdatenmanagements.

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SAP PP in der Praxis

Vor der Einführung von SAP PP sollten die bestehenden Prozesse im Unternehmen analysiert werden. Die Produktionsplanung unterteilt sich in mehrere Produktionsarten, die jeweils bestimmte Geschäftsprozesse abbilden können. Das Modul besitzt daher einen starken branchenbezogenen Aufbau und die Auswahl des richtigen Produktionstypen erfordert eine gründliche Evaluierung der Unternehmensprozesse. Bereits geringe Unterschiede im Prozessablauf können einen maßgeblichen Einfluss auf den benötigten Produktionstypen haben.

So eignet sich für komplexe Fertigungsprozesse mit mehreren Fertigungsschritten das Untermodul SAP PP-ERP/SFC (Fertigungssteuerung), während Produkte mit einem kontinuierlichen Prozessablauf am besten in der Komponente SAP PP-PI abgebildet werden können. Weitere Unterschiede, wie Serienfertigungen oder Dokumentations- und Nachweisaufwände erfordern wiederum andere Untermodule, mit einer veränderten Funktionsweise. Die Auswahl des geeigneten Produktionstypen sorgt langfristig jedoch für schlanke Produktionsprozesse und optimierte Prozesskosten.

Zusammenfassung und Fazit

Der Produktionsprozess eines Unternehmens ist in der Regel ein einzigartiger und individueller Prozess, der gleichermaßen bei keinem anderen Unternehmen eingesetzt wird. Zwar gibt es bestimmte Gemeinsamkeiten im Prozessablauf, dennoch sorgen die individuellen Besonderheiten bei den meist sehr komplexen Prozessen für ein Alleinstellungsmerkmal. Die SAP hat die Produktionsplanung und -steuerung daher so gestaltet, dass mittels differenzierter Betrachtung der einzelnen Prozesstypen die Möglichkeit geschaffen wurde, sämtliche Prozesse der Produktion in der Praxis abzubilden.

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Dies gelingt durch die Unterteilung von Produktionsprozessen in sogenannte Produktionstypen. Jeder Produktionstyp weist gewisse Eigenschaften auf, die einen realen Produktionsprozess abbilden können. Systemseitig sind die einzelnen Produktionstypen Untermodule des Hauptmoduls SAP PP, die jeweils nach Bedarf aktiviert und deaktiviert werden können. Durch einen branchenorientierten Ansatz sind einige dieser Produktionstypen optimal auf die Anforderungen bestimmter Branchen ausgerichtet. Gleichzeitig sind die Produktionstypen im Modul SAP PP flexibel genug, um Veränderungen am Prozessablauf jederzeit berücksichtigen zu können.

Neben umfassenden Auswertungswerkzeugen, die bei der Planung der gegenwärtigen und zukünftigen Auslastung der Produktion unterstützen können, bietet SAP PP auch Tools zur Entscheidungsfindung im Bereich der strategischen Planung auf Managementebene. Die erhobenen Kennzahlen fließen aus mehreren Bereichen des ERP-Systems in der Produktion zusammen und bieten daher auch einen Gesamtüberblick über die Rentabilität des Gesamtprozesses. Sollten die Zahlen aufzeigen, dass bestimmte Bereiche der Produktion eine Anpassung benötigen, können durch kundeneigene Anpassungen Prozessteile der Produktionsabwicklung angepasst werden.


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