SAP Stücklisten

Bei SAP-Stücklisten handelt es sich um Verzeichnisse aller Positionen, die zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe – insbesondere zur Herstellung eines Produkts – benötigt werden. Die Positionen der Stückliste werden mit Bezeichnung, Menge und Mengeneinheit gelistet.

Einsatzzweck

SAP Stücklisten befinden sich immer dann im Einsatz, wenn Endprodukte aus mehreren Ursprungsteilen oder -stoffen zusammengesetzt werden. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Maschinenbau. Im SAP-Kontext handelt es sich bei Stücklisten abhängig von der Branche jedoch auch um Rezepturen (z. B. Chemiebranche) und Zutatenlisten (z. B. Lebensmittelbranche).

Unter anderem stellen SAP Stücklisten wichtige Informationen für die Materialbereitstellung in der Produktion, die Materialdisposition, die kaufmännische Produktkalkulation und auch die Instandhaltung bereit.

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Arten von Stücklisten

In SAP-Systemen können mehrere Arten von Stücklisten angelegt werden:

Materialstückliste

  • Anlage auf Basis eines Materialstammsatzes, stellt den Aufbau zu produzierender Erzeugnisse dar, neben Material können auch Dokumente erfasst werden

Dokumentenstückliste

  • Zusammenfassung mehrerer Dokumente in einem Objekt (z. B. CAD-Zeichnungen, Bilder, Programme, Arbeitsanweisungen etc.)

Equipmentstückliste

Stückliste zum technischen Platz

  • dient der Zusammenfassung von Elementen einer technischen Struktur (z. B. Funktionseinheiten einer gesamten Anlage)

Auftragsstückliste

  • relevant in der Einzelfertigung und bei kundenspezifischen Baugruppen

Projektstückliste

  • Stückliste mit Bezug zu einem Projekt (im SAP-Sprachgebrauch: PSP-Element)

Einsatz in der Produktionsplanung und -steuerung

Die Produktionsplanung und -steuerung (SAP PPS) beinhaltet zahlreiche Funktionen zur Planung des Produktionsprogramms (Produkte und Mengen) sowie für die Durchführung der Fertigung.

Außerdem ist sie für die Vorbereitung der Produktion inklusive der Beschaffung, Lagerung und Bereitstellung der benötigten Materialien zuständig. Um all diesen Aufgaben gerecht zu werden, stellt SAP Arbeitspläne und Stücklisten bereit.

Die Neuanlage von SAP-Stücklisten erfolgt im Regelfall in der Konstruktionsabteilung, welche Zeichnungen neuer Produkte und Auflistungen aller benötigten Einzelteile erstellt. Unter anderem ist es möglich, die Stücklisten auf Basis von CAD-Daten automatisch anzulegen.

Einsatz in anderen Unternehmensbereichen

Neben der Produktionsplanung werden Daten aus Stücklisten auch in anderen Unternehmensbereichen genutzt. So dienen sie beispielsweise dem Vertrieb als Erfassungshilfe in Kundenaufträgen. Auch in der Reservierung und Warenausgabe können Stücklisten die Erfassung von Positionen deutlich vereinfachen. Nicht zuletzt sind die Verzeichnisse eine wichtige Arbeitsgrundlage für die Produktkalkulation. Hier werden sie insbesondere herangezogen, um die Kosten des Materialeinsatzes zu berechnen.

Bei der Produktion sind SAP-Stücklisten unerlässlich.

Aufbau/Architektur

In ihrer grundlegenden Form – der Mengenstückliste – beinhaltet eine SAP-Stückliste lediglich die

  • Materialnummer,
  • die Bezeichnung,
  • die Menge und
  • die Mengeneinheit der benötigten Einzelteile.

Eine bestimmte Struktur existiert in diesem Fall jedoch nicht. Bei komplexeren Produkten, die aus zahlreichen Baugruppen und Komponenten bestehen, wäre die erforderliche Übersichtlichkeit in diesem Fall nicht mehr gegeben.

Aus diesem Grund bietet SAP neben Mengenstücklisten sogenannte Baukastenstücklisten an, mit denen der strukturelle Aufbau eines Produkts abgebildet werden kann. In der Praxis wird eine Baukastenstückliste meist als eine Sammlung genormter Bausteine (z. B. komplette Baugruppen) verwendet.

Für Fertigungsalternativen und Produktvarianten bietet SAP zudem folgende Stücklistentypen an:

  • Variantenstücklisten: fassen mehrere Stücklisten zusammen, um verschiedene Produkte mit einem hohen Anteil identischer Bestandteile gemeinsam zu beschreiben
  • Mehrfachstücklisten: fassen mehrere Stücklisten zusammen, um Produkte in unterschiedlichen Zusammensetzungen für verschiedene Fertigungsverfahren alternativ zu beschreiben

Inhalte und Ebenen

SAP-Stücklisten setzen sich zusammen aus:

  • Stücklistenkopf,
  • Stücklistenpositionen und
  • ggf. Unterpositionen

Im Stücklistenkopf werden Daten verwaltet, die sich auf das gesamte Objekt beziehen. Hierzu zählen der Name der Stückliste, Gültigkeitsdaten und der Status. In den Stücklistenpositionen werden alle Bestandteile des Erzeugnisses beschrieben.

Unterschieden werden Materialpositionen, Dokumentenpositionen, Textpositionen und Klassenpositionen. Stücklistenpositionen können bei Bedarf außerdem weiter untergliedert werden. Die Rede ist in diesem Fall von Unterpositionen. Diese werden beispielsweise genutzt, wenn sich Teilmengen einer Materialposition durch ihren Einbauort voneinander unterscheiden.

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Fazit

Insgesamt sind Stücklisten in SAP eine unverzichtbare Grundlage für die Produktionsplanung und die Materialbereitstellung. Insbesondere bei komplexen Erzeugnissen helfen sie Unternehmen dabei, Baugruppen und Einzelteile vollständig zu überblicken. Die Erstellung von Stücklisten ist in SAP komfortabel. Zudem ist die abteilungsübergreifende Anwendbarkeit positiv hervorzuheben.

Dank dieses Ansatzes kann eine einmal erstellte Stückliste in zahlreichen Unternehmensbereichen gleichermaßen eingesetzt werden. Ändern sich Inhalte oder Gültigkeiten, so muss die Aktualisierung ebenfalls nur einmal durchgeführt werden, um sich anschließend automatisch auf alle Abteilungen auszuwirken. Es ist somit gewährleistet, dass alle Prozessbeteiligten stets auf Basis einheitlicher und aktueller Informationen agieren.


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