Cedric King
 - 25. September 2019

10 Leitfragen, ob sich ein MES lohnt

Lohnt sich ein Manufacturing Execution System?

Je nach Größe und Art der gefertigten Produkte, kann die Produktion eines Unternehmens sehr komplex werden. Wer sich Gedanken über die Einführung eines Manufacturing Execution Systems (MES) macht, muss sich auch überlegen, wann sich eine solche Investition auszahlt. Dieser Blogbeitrag beschreibt zunächst 4 unterschiedliche Bereiche in der Fertigung, die durch ein MES optimiert werden können. Im Anschluss stelle ich Ihnen 10 Fragen vor, anhand derer Sie abwägen können, ob sich die Investition in ein MES für Sie lohnt. 

Was ist ein MES? 

Ein Manufacturing Execution System dient generell zur Unterstützung von fertigenden Unternehmen. Dabei kann es meist die gesamte Produktion auf operativer Ebene steuern und kontrollieren. Neben Aufgaben wie der Produktionsüberwachung, Sequenzplanung, Werkstückidentifikation und Instandhaltungsauftragsverwaltung ist ein MES zur operativen Informationsaufbereitung für Produktionsmitarbeiter bestens geeignet.

Mit Hilfe eines Manufacturing Execution Systems gelingt es Unternehmen, dem starken Wettbewerbs- und Innovationsdruck sowie Anforderungen des Gesetzgebers und der eigenen Kunden langfristig Stand zu halten. Dazu gehört z. B. auch die Betriebs- und Maschinendatenerfassung oder Nachverfolgbarkeit von Materialien und Chargen. 

Optimierungspotential durch die Einführung eines MES 

Vorlaufzeiten in der Auftragsfertigung

Oftmals wird die Produktionsplanung an vielen Stellen noch manuell von Produktionsplanern erledigt. Hierbei fehlt häufig die passende Toolunterstützung, um beispielsweise die Auftragsfolgen automatisch zu definieren und gleichzeitig die passende Anzahl an Mitarbeitern und Maschinenkapazität zur Verfügung haben.

Ein MES kann durch die Automatisierung einiger Planungsschritte die Vorlaufzeiten vor Produktionsstart deutlich verkürzen. 

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In dieser Präsentation bekommen Sie einen Einblick in das Thema Industrie 4.0 und SAP MES.

Produktivität der Maschinen

Unerwartete Defekte an Maschinen, ungeplantes Rüsten aber auch häufiges Rüsten aufgrund ungünstiger Auftragsfolgen und stetig kleiner werdenden Auftragsmengen bis zu Losgröße 1, führen zu hohen Stillstandzeiten und somit zu Umsatzverlust. Ebenfalls können fehlendes Material oder fehlendes qualifiziertes Personal Gründe für reduzierte Produktivität von Maschinen sein.

Eine Feinplanung und der Einsatz eines MES kann Stillstandzeiten durch exakte und vorteilhafte Planung von Kapazitäten, Materialverfügbarkeit, Rüstzeiten, Personaleinsatz und Wartung deutlich verkürzen. 

Qualität

Qualitätskontrollen und eine schnelle Reaktion auf Qualitätsprobleme sind essentiell für die Fertigung von qualitativ hochwertigen Produkten und die Erfüllung steigender Kundenanforderungen.

Die Herausforderungen, bei denen ein MES unterstützen kann, sind die Erkennung von Qualitätsproblemen, das Reporting von Ausschussgründen, Abweichungsmanagement (Non-Conformance) sowie die effektive Durchführung von Qualitätskontrollen. 

Effizienz und Effektivität meiner Mitarbeiter

Viele Aufgaben, wie z. B. Rückmeldungen in der Auftragsfertigung, werden noch mit Papier und manuellem Aufwand durchgeführt. Ebenfalls sind wichtige Daten für viele Mitarbeiter nicht einsehbar. Mit ManufacturingExecutionSystemen können manuelle Tätigkeiten zur Datensammlung und -rückmeldung automatisiert werden. Zudem bietet ein MES Möglichkeiten für KPI Reportings und entsprechendes Alert-Management in der Produktion. 

10 Fragen zu Verbesserungspotentialen in der Fertigung 

Die folgenden Leitfragen dienen Ihnen zur Orientierung und können bereits erste Tendenzen erkennen lassen, ob ein MES für Ihr Unternehmen lohnenswert ist. Selbstverständlich ist jede Produktion individuell und unterschiedlich komplex. Eine genaue Aussage, in welchen Bereichen Optimierungspotential besteht und welcher monetäre Benefit durch ein MES erreicht werden kann, erfordert eine individuelle Analyse.  

  1. Welche Aufgaben im Bereich der Datenerfassung (BDE, MDE) werden aktuell manuell gemacht, die auch automatisch erfolgen könnten und wie sehr basiert meine Produktion noch auf Papierprozessen? 
  2. Wie sehr würden digitale und grafische Darstellungen von produktionsrelevanten KPIs und entsprechendes Management-Reporting sowie die grafische Planung von Fertigungsaufträgen meine operative Arbeit unterstützen? 
  3. Wie groß ist mein Benefit zur Ausschussreduzierung, wenn ich Ausschussgründe kennen würde? 
  4. Wie viel Geld und Fertigungskapazität würde ich sparen, wenn nach dem Erkennen eines Qualitätsproblems keine weiteren Teile auf der Maschine mehr gefertigt werden würden? 
  5. Wie oft muss ich eine Maschine umrüsten, weil ein anderes Teil darauf gefertigt werden soll? Wie viele Produktionsaufträge können über diese Maschine bzw. diesen Arbeitsplatz laufen, bevor ein Umrüsten erforderlich ist? 
  6. Wie sehr kann die Produktivität der Produktionsmaschinen erhöht werden, wenn Gründe für Maschinenausfälle bekannt sind wie z. B. fehlende Personalressourcen, fehlendes Material, technischer Defekt, Wartung, …? 
  7. Wie viel größer kann meine Produktionskapazität sein, wenn Rüstzeiten automatisch optimiert und mit der Produktionsplanung abgestimmt sind? 
  8. Wie hoch ist der Benefit, wenn die Produktionsversorgung mit Material automatisch entsprechend des aktuellen Verbrauches und Produktionsplanung getriggert wird? 
  9. Welche Rüsteinsparung kann erreicht werden, wenn der Verschleiß- oder Versagenszeitpunkt bereits im Voraus bekannt ist? 
  10. Wie viel Zeit und Produktionsausfall könnte ich sparen, wenn meine Personaleinsatzplanung automatisch an meinem Produktionsplan ausgerichtet und auch kurzfristig anpassbar ist (z. B. aufgrund von Krankheit)? 
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Fazit 

Der Kosten-NutzenFaktor eines MES ist nicht zu vernachlässigen. Unternehmen sollten sich bei einer nicht ganz günstigen Investition wie die eines MES bewusst werden, wo die eigenen Optimierungspotentiale in der Fertigung liegen und welches strategische Ziel für das Unternehmen und die Fertigung  wie z. B. Digitalisierung oder Industrie 4.0  verfolgt werden soll. Genaue Optimierungspotentiale können durch eine individuelle Wertstromanalyse herausgefunden werden. Im Anschluss kann durch eine genaue Evaluierung der Nutzen eines MES berechnet werden. 

Sie beschäftigen sich mit dem Thema MES in der Produktion? Sie haben Anregungen, wünschen weitere Infos oder benötigen eine individuelle Beratung? Melden Sie sich gerne per Mail oder Anruf bei mir. Ich helfe Ihnen gerne weiter. 

Cedric King

Cedric King

Mein Name ist Cedric King und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!



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2 Kommentare zu "10 Leitfragen, ob sich ein MES lohnt"

Simon W. - 1. Oktober 2019 | 14:44

Hallo Herr King,
worin unterscheiden sich die Systeme für BDE/MDE und MES? Ersetzt das eine also das andere?

Mit freundlichen Grüßen,
Simon Werner

Antworten
Cedric King - 17. Oktober 2019 | 23:41

Hallo Herr Werner,

in der Regel ist BDE/MDE Teil eines MES. Während sich ein BDE System auf die Erfassung der Betriebsdaten wie z.B. Produktionsrückmeldungen beschränkt, beinhaltet ein MES (wie z.B. SAP Manufacturing Execution) verschiedene weitere Funktionen im Bereich Nachverfolgbarkeit, OEE, Non-Conformance usw.. Schauen Sie gerne einmal unter folgendem Link vorbei: https://mind-logistik.de/knowhow/manufacturing-execution-system/

Wie kann ich Ihnen bei Ihrer aktuellen Fragestellung weiter helfen? Wir können auch gerne einmal 30 Minuten telefonieren, um zu klären, inwiefern ein BDE/MDE System oder MES für Ihre Herausforderungen passen könnte.

Viele Grüße,
Cedric King

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