Cedric King
 - 4. Dezember 2019

Wertstromanalyse

Die Wertstromanalyse, im Englischen Value Stream Mapping (VSM), ist eine Flussdiagramm-Methode zur Illustration, Analyse & Verbesserung der Schritte, die zur Lieferung eines Produktes oder einer Dienstleistung notwendig sind.

Sie ist wichtiger Bestandteil der LEAN-Methode: Hier wird mit VSM der Ablauf der Prozessschritte & Informationen vom Ursprung bis zur Lieferung an den Kunden verfolgt. Das Ziel der LEAN-Methode ist es, Verschwendung und Verschleiß zu beseitigen und ein möglichst wirksames System zu entwickeln. In der LEAN-Theorie bezieht sich der „Wertstrom“ auf alle Aktionen, die notwendig sind, um ein Produkt/ Service vom Konzept oder Rohmaterial zum fertigen Produkt zu bringen.

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Zweck und Vorteile von Wertstromanalysen

Die Wertstromanalyse ist ein mächtiges Werkzeug zum Identifizieren von Verschwendungen – nicht nur in der Produktion, sondern in allen Prozessen. Man arbeitet aus Sicht des Kunden jeden bedeutsamen Prozessschritt heraus und bewertet dessen Mehrwertschöpfung. Dadurch legt sich der Fokus auf die Analyse der wichtigen Bestandteile im Prozess. So kann das Unternehmen am effektivsten in den Wettbewerb treten.

Die Wertstromanalyse dient als effektives Werkzeug für die Kommunikation, Zusammenarbeit und Kulturwechsel in einem Unternehmen. Während der Erstellung der Analyse können Entscheidungs-träger den aktuellen Status eines Prozesses und die Stellen, an denen Verschwendungen entstehen, klar definieren. Darunter fallen zum Beispiel Prozess-verzögerungen, extreme Ausfallzeiten, Beschränkungen oder Inventarprobleme. Mit dem Einsatz der Analyse schafft man, aufgrund der Darstellung des Prozesses, Transparenz. Es entsteht ein unverklärter Blick für den Prozess und die Verschwendungen werden identifiziert.

Nachteile einer Wertstromanalyse

Ein Nachteil der Wertstromanalyse ist die Zeit zwischen Reportage und Besprechung. Eine schnelle Verschlankung des Prozessablaufes ist somit unrealistisch. Außerdem ist die Wertstromanalyse als eine Momentaufnahme zu sehen, woraus allgemeine Schlüsse über die Leistungsfähigkeit abgeleitet werden können. Für die Bewertung von Soll-Zuständen bedarf es zeitabhängiger Wertstromkennzahlen, diese können zum Beispiel Durchlaufzeiten, Liefertreue und der Bestand sein. Im Rahmen einer Wertstromanalyse ist die Ermittlung jedoch nicht möglich.

Symbole der Wertstromanalyse

Die VSM ist eine Form zur Visualisierung von Prozessen und Abläufen, basierend auf unterschiedlichen Symbolen, die jeweils eine definierte Bedeutung besitzen. Somit kann die VSM ausgewählte Kennzahlen in einem Wertstrom-Diagramm darstellen und den Fluss von Informationen und Beständen innerhalb eines Systems verdeutlichen. Die Symbole werden in unterschiedliche Kategorien von Informationen unterteilt:

  • Prozess, Prozessschritte, Abläufe, Tätigkeiten, Aktivitäten
  • Material, Teile, Zwischenprodukte, Endprodukte und ihre Logistik
  • Informationen, Informationsfluss, Medien
  • Zeitraster (Timeline)
  • Bewertungen, Verbesserungspotentiale, Risiken
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Durchführung einer Wertstromanalyse

Um den IST-Zustand eines Prozesses detailliert zu erfassen und zu visualisieren, bedarf es einer Reihe von Schritten zur Durchführung. Im Folgenden werden die sieben Schritte detailliert erklärt:

1 Eingrenzung des Produktes und des Prozesses

Durch die Produkte sowie durch den Prozess, der im Unternehmen durchlaufen wird, wird der Analysebereich eingegrenzt. Maßgeblich für die Eingrenzung und die Auswahl des jeweiligen Produkts ist, das in diesem Bereich Verbesserungspotential vermutet wird. Solche Potentiale können durch Kundenbeschwerden oder neue Kundenanforderungen identifiziert werden.

2 Zusammenstellung der Teams

Wurde das Produkt bestimmt, wird erkennbar, welche Personen in einem Team zusammenarbeiten sollen. Zu beachten ist, dass die Teammitglieder den betrachteten Prozess sehr gut kennen und Erfahrungen mit VSM, Kaizen oder Six Sigma haben sollten. Ein kleines Team von bis zu 6 Personen ist gilt als ideal.

3 Ermittlung und Beschreibung der Prozessschritte

Um die einzelnen Prozessschritte zu definieren, sollte der ausgewählte Prozess im Detail vor Ort durchlaufen werden. Währenddessen werden die einzelnen Prozessschritte und Aktivitäten benannt. Hierbei wird festgestellt, was in welcher logischen Reihenfolge gemacht wird, wo es gibt und welche Informationen und Daten genutzt oder weitergegeben werden.

4 Sammlung von Daten und Kennzahlen zu den einzelnen Prozessschritten

Für die einzelnen Prozessschritten müssen nun Daten und Kennzahlen, die für die Prozessbewertung, für die Problemanalyse und für Verbesserungspotentiale wichtig sind, ermittelt werden. Dies können zum Beispiel Bearbeitungszeiten, Liegezeiten, Lagerbestände, Energieverbräuche, Fehler- und Ausschussraten oder die Anzahl der Mitarbeiter sein.

5 Visualisierung des Prozesses

Nach der Erhebung aller relevanten Daten und Informationen zu den einzelnen Prozessen lassen sich diese in ein Bild zusammenfassen. Die Visualisierung des Prozesses erfolgt mithilfe der oben gezeigten Symbole und Bezeichnungen.

6 Auswertung des Prozesses und der Prozessdaten

Mit der Wertstromanalyse will man den ausgewählten Prozess genau unter die Lupe nehmen, um so Schwächen und Potentiale zu identifizieren. In diesem Schritt werden alle Prozessaktivitäten geprüft. Darunter fällt der Materialfluss, der Informationsfluss und die Timeline. Im gesamten Prozess wird parallel geprüft, wo es zu Verschwendungen, Verspätungen, Ausschuss oder Nacharbeit kommt und was die Ursachen dafür sind.

7 Verbesserung des Prozesses

Mit der fertig ausgewerteten Wertstromanalyse werden jetzt die Schwachstellen und Verbesserungs-potentiale im Prozess ersichtlich. Dementsprechend können jetzt Maßnahmen bestimmt werden, um den SOLL-Zustand zu erreichen.

Zur Prozessoptimierung muss eine Entscheidungsvorlage in Form eines Wertstrom-Diagramms des IST-Zustands erstellt werden. In diesem Diagramm werden alle erkannten Schwachstellen und Verbesserungspotentiale markiert. In einem zweiten Wertstrom-Diagramm wird dann der verbesserte Prozess (SOLL-Prozess) abgebildet.

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Fazit

Es geht in der Wertstromanalyse nicht nur darum Schwachstellen und Verbesserungspotentiale in Prozessen zu erkennen, es geht auch darum, die Auswirkungen von Änderungen, die beschlossen wurden, zu überwachen. Aus den neuen Parametern können sich dann wiederum unvorhergesehene und möglicherweise unerwünschte Folgen ergeben. Somit geht die Wertstromanalyse über eine einmalige Standortbestimmung hinaus, sondern bietet vielmehr ein Vorgehen zur kontinuierlichen Prozessoptimierung.

Haben Sie noch Fragen zum Thema Wertstromanalyse? Dann kontaktieren Sie uns gerne.

Cedric King

Cedric King

Mein Name ist Cedric King und ich bin begeisterter SAP Consultant bei mindsquare. Wie meine Kollegen habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

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