Tim Lutz
 - 22. Oktober 2018

SAP Logistik Modulübersicht – MM vs. WM vs. Lean WM vs. EWM

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SAP bietet verschiedene Logistikmodule, um Bestände eines Lagers übersichtlich darzustellen und somit Geschäftsprozesse einfacher zu gestalten und zu optimieren. Dabei hat jedes Modul seine besonderen Eigenschaften und Funktionen. In dieser SAP Logistik Modulübersicht stelle ich Ihnen die wichtigsten Module vor.

SAP MM

Das Modul MM (Materialmanagement) von SAP bildet die grundlegenden Prozesse in der Materialwirtschaft ab und stellt die Basis aller weiteren Logistikmodule in SAP Logistik dar. Jedes Unternehmen, dass SAP ERP (Enterprise Resource Planning) verwendet, kann auch MM nutzen.

Das Modul wird für die Bestandsführung und die Steuerung der Beschaffungs- und Einkaufsaktivitäten eingesetzt. Mithilfe von SAP MM können Anwender sicherstellen, dass es niemals zu einem Mangel an Materialien oder zu Unterbrechungen im Bereitstellungs- und Lieferungsprozess des Unternehmens kommt. Aufgrund der Nutzung von SAP MM profitieren Unternehmen von besseren Beschaffungsprozessen, der Verwaltung von Stammdaten (Material- und Lieferantenstammdaten), Kontenverwaltung, Bewertung von Material, Bestandsführung, Rechnungsprüfung, Materialbedarfsplanung etc.

Das System erfasst Lieferantenrechnungen und die Angaben der Rechnung werden gegen die Angaben der Bestellung geprüft. Die Nutzung des Moduls führt zu einer großen Prozesssicherheit im Unternehmen – Bestellabwicklungen können somit optimiert und bis zur Auslieferung nachvollziehbar dargestellt werden.

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SAP WM

Mithilfe SAP WM (Warehouse Management) bekommen Unternehmen die Möglichkeit, eher komplexe Lager übersichtlich zu verwalten. Das System ermöglicht, flexible, automatisierte Unterstützung bei der Abwicklung sämtlicher Warenbewegungen und der Verwaltung der Bestände eines Lagerkomplexes.

Mithilfe von SAP WM können alle wichtigen Lagerprozesse wie Wareneingänge, Warenausgänge, Lieferungen, interne und externe Umlagerungen, Materialbereitstellungen für Produktionsbereiche etc. verwaltet werden. Pick- bzw. Kommissionierplätze werden automatisch mit Nachschub versorgt, um so zu vermeiden, dass es zu Fehlermengen in der Kommissionierung kommt.

Außerdem lassen sich Kriterien wie beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum oder chargenverwaltete Materialien auf Lagerplatz- und auf Wunsch auch auf Packstückebene überwachen.

Mithilfe von Cross Docking kann der Transport von Handling Units (eine Handling Unit ist eine physische Einheit aus Packmitteln und den sich darin befindenden Waren) über verschiedene Verteilzentren oder Lager hinweg durchgeführt werden, bis sie den endgültigen Standort im Lager erreicht haben.

Das WM liefert eine bessere Bestandskontrolle, Genauigkeit und ist in der Lage, niedrige Lagerbestände zu halten. Wenn Sie sich für einen genauen Funktionsüberblick von SAP WM und EWM im Vergleich interessieren, dann folgen Sie diesem Link.

SAP hat jedoch bereits im Jahr 2005 die Weiterentwicklung des WMs eingestellt und seitdem wurden auch keine neuen Funktionen mehr hinzugefügt. Der Support für SAP WM endet am 31. Dezember 2025. Als Alternative steht Anwendern das SAP EWM zur Verfügung.

SAP Logistik Modulübersicht

SAP Lean WM

Wenn Sie nicht die vollen WM-Funktionalitäten benötigen, sondern die Funktionen für Transportaufträge ausschließlich für Wareneingänge und -ausgänge nutzen, dann können Sie sich für das SAP Lean WM entscheiden. Das System kann das Material auf dem Platz lagern, aber das System aktualisiert die Bestandsdaten des Platzes nicht über Quants.

Ein Vorteil des Lean WMs ist, dass Waren genauso wie im SAP WM kommissioniert werden können. Außerdem kann ein Transportauftrag aufgeteilt werden, um die Ladung auf verschiedene Lageristen zu verteilen.

Im Gegensatz zum Warehouse Management kann beim Lean WM Material jedoch nur auf einem Festplatz gelagert werden. Die Behebung von Differenzen ist im Lean WM nicht möglich. Nach der Kommissionierung erfolgt der Warenausgang der Lieferung.

Das System ist also für Unternehmen geeignet, die weniger komplexe Lager führen.

SAP EWM

Das SAP EWM (Extended Warehouse Management) zielt darauf ab, alle Lagerfunktionalitäten abzudecken. Das EWM ist viel komplexer und weitreichender als das SAP WM und für sehr anspruchsvolle Lagerprozesse geeignet. Es gehört zu den leistungsfähigsten Standardsoftwaresystemen für Lagerverwaltung und -steuerung weltweit.

Abgesehen von den gleichen Funktionalitäten wie das SAP WM, bietet das EWM zusätzliche Funktionen wie beispielsweise Inventuren während des laufenden Betriebs, Verschrottungsszenarien, Qualitätsprüfungen, Nachschub und Lagerdispositionen.

SAP Logistik Fazit

SAP bietet im Bereich der Logistik ein breit gefächertes Produktportfolio, um die Lagerverwaltung übersichtlich zu gestalten, zu vereinfachen und zu optimieren. Für die individuellen Bedürfnisse jedes Unternehmens ist das passende Modul dabei.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Einführung des passenden Logistikmoduls? Wir haben uns intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und sind Experten auf dem Gebiet. Kontaktieren Sie uns einfach – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Tim Lutz

Mein Name ist Tim Lutz und ich bin der Fachbereichsleiter von Mindlogistik. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Logistiklösungen im SAP Umfeld.

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