SAP PCo (Plant Connectivity)

SAP PCo ist Teil der SAP Manufacturing Execution Suite und damit ein wichtiger Baustein zur Realisierung von Industrie 4.0 Konzepten in und um die Produktion mit SAP.

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich eine Diskrepanz zwischen Produktions- und betriebswirtschaftlichem Systemen aufgetan, sodass beide Arten von Systemen eine unterschiedliche Sprache sprechen. Während bei Produktionssystemen häufig der Faktor Zeit kritisch ist, stehen bei betriebswirtschaftlichen Systemen die Konsistenz von Belegen und die Überwachung organisatorischer Abläufe im Vordergrund.

SAP Plant Connectivity (Pco) verbindet Produktionssysteme mit betriebswirtschaftlicher Software und fungiert in der Schnittstelle als Übersetzer und kann z. B. Messwerte aus einer Presse direkt mit einem betriebswirtschaftlichen Fertigungsauftrag in Verbindung setzen.

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Einordnung in die SAP-Systemlandschaft

Folgende Übersicht vermittelt einen Eindruck über die Funktionalität von SAP Plant Connectivity als Gateway zwischen automatisierungs- und fertigungsnahen Datenquellen mit unterschiedlichen Anwendungen der SAP wie zum Beispiel das ERP System, SAP EWM, SAP MII oder SAP ME.

SAP PCo

SAP PCo nimmt eine zentrale Bedeutung in der Umsetzung von Industrie 4.0 Konzepten ein und dient als Schnittstelle zwischen den physischen Systemen und betriebswirtschaftlicher Software (siehe Abbildung). Allerdings ist SAP Plant Connectivity nicht auf Produktions- und Automatisierungsszenarien limitiert. Häufig wird SAP PCo auch direkt in der Nähe von physischen Geräten installiert (z.B. auf einem PC), um die Netzwerklast gering zu halten und die Latenzzeiten zwischen Anfrage und Antwort – besonders bei physischen Systemen sehr relevant – gering zu halten.

Aktuell ist PCO nur auf einem Windows-Betriebssystem bzw. .NET-Framework lauffähig, wobei SAP bereits an einer Linux-basierten Lösung arbeitet.

Datenmodel

Im Gegensatz zu SAP ERP arbeitet SAP PCo nicht belegorientiert, sondern mit sogenannten Tags. Diese können als Datenpunkte verstanden werden, die Informationen (wie z.B. Sensorwerte) mit einer eindeutigen ID versehen, die immer einem Knoten zugeordnet werden. Ein Knoten könnte beispielsweise der Gewichtssensor einer Waage sein. Tags würden im Gegenzug die einzelnen erfassten Messwerte abbilden.

Des Weiteren bietet SAP Plant Connectivity die Möglichkeit Methoden für die Verarbeitung von Ein- oder Ausgabewerten zu definieren und mit eigener Logik zu hinterlegen. So hat eine Maschine beispielsweise eine spezielle Methode in der speicherprogrammierten Steuerung (SPS), die von SAP PCo angestoßen werden kann und die PCo Methoden die entsprechenden Rückgabewerte empfängt, um z.B. qualitätsrelevante Daten in Echtzeit und bei Datenerhebung zu evaluieren und im Bedarfsfall im Zusammenspiel mit der SAP Manufacturing Execution Suite zu reagieren.

Durch diese Funktionalität und die Unabhängigkeit von Systemen, kann SAP Plant Connectivity sogar große Produktionsprozesse mit vielen heterogenen Systemen erfolgreich managen (z.B. Roboter, Kameras, Transportsysteme, Sensoren uvm.).

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Gateway zwischen Quell- und Zielsystemen

SAP PCo in seiner Rolle als Gateway zwischen Quellsystemen aus der Produktion und Zielsystemen, wie z.B. SAP Manufacturing Execution, bietet folgende ergänzende Funktionalitäten:

Benachrichtigungen

Mit Benachrichtigungen kann PCo die erwähnten Datenpunkte überwachen und bei Abweichungen Nachrichten an ein Zielsystem senden. Das bietet den Vorteil, dass nicht immer alle Daten vom Zielsystem verarbeitet werden müssen und die Performance deutlich erhöht. Mit SAP MII beispielsweise können dann die Endnutzer über die Abweichungen in Echtzeit informiert werden, damit – entweder automatisch oder manuell – eine passende Reaktion angetriggert wird.

Querys

Die Verarbeitung und Interpretation von Anfragen aus z.B. der SAP Business Suite können über Querys gemanaged werden. Beispielsweise wird aus dem SAP MII eine Anfrage nach Daten für die Darstellung in einem Diagramm gefragt (könnte durch einen „Refresh“-Klick eines Nutzer auf einem MII Schaubild ausgelöst worden sein). PCo interpretiert die Anfrage, holt sich die Daten aus dem produktionsnahen Quellsystem und sendet das Ergebnis zurück an MII. Die Daten können dann in Echtzeit im Schaubild/Diagramm dargestellt werden.

SAP PCo verbindet Produktionssysteme mit betriebswirtschaftlicher Software.

Aktive Serviceaufrufe mit Übermittlung von Daten an Drittsysteme

SAP PCo unterstützt eine Vielzahl an Protokollen, die eine Datenübermittlung zwischen Quellsystem und Plant Connectivity ermöglichen. Ergänzend hierzu können mit Hilfe des Software Development Kits auch eigene Protokolle definiert und entwickelt werden. Somit ist das System zu 100% skalierbar.

Im Hinblick auf die Systeme, an die SAP PCo die Daten versendet, bietet Plant Connectivity eine 1:N Beziehung zwischen Quell- und Zielsystemen an. Das ist der größte Enabler und einer der Hauptgründe, warum die Realisierung von Industrie 4.0 Konzepten in der Produktion mit SAP Plant Connectivity im Zusammenspiel mit SAP Manufacturing Exection oder SAP Manufacturing Integration and Intelligence ermöglicht wird.

Zusammenfassung

Im Endeffekt ist SAP Plant Connectivity das Tool der SAP, welches die Übersetzung der Maschinensprache und die Konsolidierung von Informationen heterogener Systeme ermöglicht. Aus diesem Grund ist es nicht nur ein wichtiger Bestandteil der SAP Manufacturing Execution Suite, sondern auch ein elementarer Bestand für die Realisierung von Industrie 4.0 Konzepten mit SAP und die Integration in betriebswirtschaftliche Prozesse.


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