SAP Business Suite

SAP Business Suite bezeichnet die Integration und Kombination von SAP-Softwarekomponenten unter einem Dach. SAP stellt damit branchenbezogene Lösungen bereit, die aus unabhängigen einzelnen Teilen zusammengesetzt werden. 

Das Konzept entstand, um umfangreiche Softwarepakete in kleinere Projekte mit jeweils kurzer Implementierungszeit aufzuteilen. Diese kleineren Pakete lassen sich flexibel einsetzen und einfacher pflegen.

Die einzelnen Teile sind unabhängig voneinander, können sich aber ergänzen, sodass beliebige komplexe Geschäftsszenarien abgebildet werden können. SAP Business Suite ging 2015 in der neuen HANA-Version SAP S/4 HANA auf.

E-Book: SAP SD in S/4HANA

Hier bekommen Sie einen Einblick in die SAP S/4HANA Line of Business (LoB), welche die ehemalige „Sales & Distribution“ (SAP SD) umfasst.

Architektur

Kernapplikationen

Die jeweilige Zusammenstellung einer SAP Business Suite kann individuell nach den Erfordernissen eines Unternehmens erfolgen.

Eine typische Zusammenstellung umfasst die vier Kernkomponenten SAP Enterprise Resource Planning (ERP), SAP Supply Chain Management (SAP SCM), SAP Customer Relationship Management (CRM) und SAP Supplier Relationship Management (SAP SRM).

Basistechnologien

Diese Kernapplikationen basieren auf dem Application Server Java (ASJAVA) oder Application Server ABAP (ASABAP) und verfügen über jeweils eine eigene Datenbank.

Flankiert wird dieser Kern der SAP Business Suite von SAP NetWeaver und dem SAP Solution Manager. Diese stellen Dienste für SAP- Anwendungen zur Verfügung:

  • SAP NetWeaver liefert die technische Grundlage für viele SAP- Anwendungen. Es enthält z. B. den SAP NetWeaver ApplicationServer, auf dem viele SAP-Anwendungen laufen, und stellt Basisfunktionen wie modulübergreifende Suche zur Verfügung. Eigene mit ABAP (der SAP-Programmiersprache) entwickelte geschäftliche Anwendungen können ebenfalls die SAP NetWeaver-Funktionalität nutzen.
  • Der Solution Manager dient der Wartung der Systemlandschaft. Er enthält die Komponenten Maintenance Optimizer, System Landscape Directory und Solution Manager Diagnostics.

Konsistenz der Systemlandschaft

Aus dem Zusammenspiel zwischen den Applikationen und den Basistechnologien sowie den Applikationen untereinander entsteht eine Systemlandschaft. An die Bestandteile einer SAP Business Suite werden zur Wahrung der Konsistenz Bedingungen gestellt:

  • Neue Prozesse müssen durch schrittweise Einführung in die Systemlandschaft realisierbar sein.
  • Eine neue Version sollte in ältere Versionen dieser Komponente integriert werden können.
  • Nach dem Update einer SAP-Anwendung sollen alle bisherigen Szenarien ohne Einschränkungen weiter bearbeitet werden können. In systemübergreifenden Szenarien dient der Upgrade Dependency Analyzer (UDA) der Prüfung der Abhängigkeiten.

Features

SAP Business Suite in SAP HANA integriert Geschäftsprozesse in Echtzeit über unterschiedliche Systeme hinweg. Systembrüche werden überbrückt, was systemübergreifende einheitliche Sichten auf Daten und Prozesse erlaubt. Das SAP HANA-„In memory“-Speicherkonzept, bei dem die Daten im Arbeitsspeicher statt auf der Festplatte gehalten werden, bringt die Echtzeitfunktionalität. Daraus ergeben sich folgende Features:

  • Schnelle, flexible, nutzerfreundliche und sichere Prozesse zur Bearbeitung großer Datenmengen (Big Data)
  • Echtzeit-Auswertung von ERP-Unternehmensdaten zur Unterstützung der Entscheidungsfindung
  • Integration von Online-Transaction-Processing (OLTP) und analytischem Informationssystem (OLAP)
  • Optimierung performanceintensiver Prozesse wie Materialbedarfsplanung und Stapelverarbeitung (SAP MRP)
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Einsatzzwecke

Die Features von SAP Business Suite helfen, die zunehmende Big Data-Masse in Echtzeit zu bearbeiten und bieten damit Unternehmen neue Möglichkeiten:

Echtzeit-Bewertung der Geschäftsdaten

Geschäftsentscheidungen können sich mit SAP Business Suite auf Echtzeit-Analysen der ERP-Unternehmensdaten stützen. CEOs erhalten eine Echtzeitbilanz für das Unternehmen. Ein CFO kann in Echtzeit sehen, wie sich finanzielle Anpassungen auswirken.

Vorausschauende Simulationen und Analysen

Vorausschauende Simulationen und Analysen auf Basis von Big Data verhelfen zu intelligenteren Entscheidungen und minimieren Risiken. Geschäftsprozesse können für adaptive Kurskorrekturen in Echtzeit simuliert werden. Die Analysen erlauben ein Antizipieren im Voraus statt einem Reagieren im Nachhinein.

Beispielsweise kann ein Unternehmen schnell optimieren, wie Ausschussmaterial aus einer früheren Produktionscharge in nachfolgenden Chargen verwendet werden kann, um die Menge der benötigten Rohstoffe zu reduzieren. Oder ein Unternehmen kann vorhersagen, wie sich eine Änderung an einem Angebot oder am Preis im aktuellen Quartal auf die Rentabilität auswirken wird.

Automatisierte und neue Geschäftsprozesse

Stärker automatisierte Geschäftsprozesse auf Basis intelligenter Auswertungsprozesse rationalisieren die Abläufe; die Kerngeschäftsprozesse werden beschleunigt. Die Echtzeit-Auswertung ermöglicht außerdem neue datengetriebene Geschäftsprozesse:

Geschäftsprozesse können basierend auf augenblicklichen Bedingungen dynamisch angepasst werden. Kundenerlebnisse in Echtzeit zu bieten ändert Geschäftsprozesse so, dass sie individuell auf den einzelnen Kunden statt auf einen allgemeinen Bedarf ausgerichtet werden.

Beispielsweise kann ein Unternehmen dynamisch Angebote erstellen, indem es Echtzeit-Social-Media-Daten mit Echtzeit-Supply Chain-Daten kombiniert. Kundenerlebnisse werden dabei individuell nach dem momentanen Verhalten eines Kunden erstellt. Dazu können heterogene aktuelle Daten, wie persönliche Stimmungs- und Social-Media-Daten mit Echtzeit-Transaktionsdaten des Kunden kombiniert werden.

Neue Geschäftsprozesse ergeben sich außerdem durch Integration von neuen Datentypen des Internet of Things (z.B. Sensordaten), aus sozialen Netzwerken und von zunächst uninterpretiert und damit unstrukturiert vorliegenden Datenquellen (z.B. Bilder und Tonaufzeichnungen).

Hintergrund

SAP Enhancement Package

Ein Hauptziel der SAP Business Suite in SAP HANA war es, sie parallel zu bestehenden SAP-Installationen einführen zu können, um den Betrieb wie bisher unter Einführung der neuen Vorteile ohne Brüche aufrecht zu erhalten. Dazu wurden nur SAP Enhancement Package-konforme Änderungen vorgenommen.

Industrie 4.0 und SAP: Herausforderungen und Lösungsansätze

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In einem SAP-Erweiterungspaket (SAP Enhancement Package) werden optionale Versionen von Softwarekomponenten zusammengestellt, die zu einer bestimmten SAP-Produktversion gehören. Das Enhancement Package Konzept ermöglicht die Erweiterung von SAP-Software unter Beibehaltung der alten Funktionalität.

Switch Framework

Neuerungen, die mit der SAP Business Suite kommen, können über das Switch Framework als Erweiterungen optional aktiviert werden. Zweck des Switch Frameworks ist die Vereinfachung einer SAP ABAP-basierten Systemlandschaft.

Mit der Programmiersprache ABAP entwickelte geschäftliche Anwendungen können mit dem Switch Framework einfach in ein SAP Standardsystem aufgenommen werden.

SAP HANA Technologie

SAP HANA ist eine „In Memory“-Datenbank für spaltenorientierte Speicherung in Datenbanken. Im Vergleich zu einem herkömmlichen relationalen Datenbanksystem mit zeilenorientierter herkömmlichen Speicherung eignet sich der spaltenorientierte Ansatz besser zur Analyse von großen Datenmengen. Außerdem lassen sich Daten mit diesem Ansatz besser komprimieren, was zu reduziertem Speicherbedarf führt.

Transaktionen vs. Analyse

Bei der Datenverarbeitung mit Datenbanken dienen transaktionale Systeme dem Hinzufügen und Löschen von Datensätzen, analytische Systeme führen Abfragen in der Datenbank durch. Transaktionssysteme sind auf zeilenweisen Zugriff (d.h. auf einzelne Datensätze) in einer Datenbank optimiert.

Analysefunktionen gehen auf Anfragen hin Spalten nach passenden Datensätzen (Zeilen) durch. In früheren SAP-Systemen liefen diese Analysefunktionen direkt auf den Transaktionssystemen.

Später wurden Analysesysteme (OLAP) von Transaktionssystemen (OLTP) getrennt, da sie dann separat optimiert werden konnten. Es waren also zwei für unterschiedliche Funktionen optimierte Systeme erforderlich.

Als Unternehmen unstrukturierte, interpretationsbedürftige Daten wie Bilder mit technischen Zeichnungen oder Verbraucherstimmungsdaten zu nutzen begannen, wurde dafür eine weitere, eigene Analyseebene eingeführt. Die Komplexität der Abstimmung mit den vorhandenen OLTP- und OLAP-Umgebungen nahm dadurch zu.

Echtzeitanalysen

Die Trennung der Systeme bedeutete für Unternehmen Einschränkungen bei der Reaktionsfähigkeit auf Kundenverhalten und auf sich ändernde Märkte.

Wegen der Zeit, die es braucht, Daten vom transaktionalen System in die analytische Umgebung zu transferieren und zu bearbeiten, stimmte die ermittelte analytische Information schon nicht mehr mit dem mittlerweile neuen Status Quo überein. Ergebnisse konnten sich nicht schnell genug, d.h. in Echtzeit an gegebene Veränderungen anpassen.

SAP Business Suite in SAP HANA überwindet die bisherigen Leistungsbeschränkungen, die von separaten Transaktions- und Analyseumgebungen herrühren. Da SAP Business Suite in Echtzeit die Transaktionsdaten analysieren kann, ist jederzeit sichtbar, was im Augenblick im Unternehmen passiert, ohne dass die Analyse vom aktuellen Geschehen überholt wird.

Die SAP Business Suite in SAP HANA unterhält eine Live-Verknüpfung von der analytischen Ausgabe zu den zugrunde liegenden Live-Quelldaten, die zum Erstellen dieser Ausgabe verwendet werden. Es muss keine (zeitraubende) Übersetzung der zugrunde liegenden Quelldaten erfolgen. Die Analysen werden dynamisch auf der Grundlage der aktuellsten Geschäftsdaten berechnet, ohne dass Ergebnisse bei der Ausgabe bereits von der Realität überholt wurden.

Da neben der Transaktions- keine separate Analyseumgebung mehr erforderlich ist, werden auch Redundanzen in Hardware und Software vermieden und die Integration vereinfacht.


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