Tim Lutz
5. Mai 2022

TUL – Transport, Umschlag und Lagerung

TUL ist eine Abkürzung aus der Logistik und beschreibt die drei Kernaktivitäten der Logistik: Transport, Umschlag und Lagerung. Ein optimaler Aufbau der TUL-Kernaktivitäten ist für Unternehmen maßgeblich, um eine erfolgreiche Warenwirtschaft und ein geschmeidiges Supply Chain Management zu betreiben.

TUL – Kernaktivitäten der Logistik

  • Transport: Umfasst alle Arbeiten, um den Transport der Ware.
  • Umschlag: Handelt von dem Transportmittelwechsel der Ware (Be- und Entladen).
  • Lagerung: Ist die Vorratsspeicherung der Ware für schnelle Verfügbarkeit.

TUL: T wie Transport

Der Transport ist eine der wichtigsten Säulen der Logistik. Die Globalisierung hat den Menschen auf der Welt zu viel Wohlstand und einer hohen Lebensqualität verholfen. Täglich werden daher Waren durch die ganze Welt versandt. Das bringt eine sehr große Menge an Verwaltungsaufwand mit sich.

Die Transportlogistik umfasst alle Verwaltungsaufgaben, die damit einhergehen, die Ware vom Absender zum Empfänger zu transportieren. Dabei werden die Tätigkeiten in unterschiedliche Bereiche unterteilt:

  • administrativ: Personalverwaltung, Fahrzeugverwaltung
  • dispositiv: Transportsteuerung, Transportstrategien
  • operativ: Transporttechnik, Datenübertragungstechnik
Unsere Infografik zum Thema SAP in der Logistik

Infografik: SAP in der Logistik

Verschaffen Sie sich mit dieser Infografik einen Überblick über alle wichtigen SAP Module in der Logistik.

Administrative Aufgaben

  • Personalverwaltung: Idealerweise sind 100 % des Personals ausgelastet, während gleichzeitig eine schnelle Lieferung gewährleistet wird. Dabei helfen Zeitarbeitsverträge, zum Beispiel für das vierte Quartal oder für optimale Flexibilität.
  • Fahrzeugverwaltung: Auch hier sollte eine volle Auslastung angestrebt werden. Zum Flotten-Management gehört auch das Berücksichtigen von Reparaturen, TÜV-Prüfungen etc.

Dispositive Aufgaben

  • Transportsteuerung: Kommt es beim Transport zu Problemen, muss schnell und effizient eine passende Lösung gefunden werden. Um 100 % Auslastung zu erreichen, müssen immer wieder Engpässe beseitigt werden.
  • Transportstrategie: Die Transportstrategie umfasst die Planung der Transportstrecke sowie die Kalkulation der benötigten Zeit. Die Route wird dabei so gelegt, dass möglichst wenige Leerfahrten entstehen.

Operative Aufgaben

  • Transporttechnik: Die Transporttechnik lässt sich in zwei Unterkategorien einteilen – die Förder- und die Verkehrstechnik.
    • Fördertechnik: Die Fördertechnik umfasst alle technischen Systeme, die zur Bewegung der Ware eingesetzt werden. Vor allem wird von Fördertechnik auf dem Lagergelände gesprochen. Beispiele sind: Regalbediengeräte, Behälter-Fördertechnik oder Paletten-Fördertechnik.
    • Verkehrstechnik: Die Verkehrstechnik umfasst den Transport von Waren und Gütern über Straßen, Schienen, Luft- und Wasserwege.
  • Datenübertragungstechnik: Für optimales Monitoring müssen alle Bereiche des Logistik-Prozesses miteinander verknüpft werden. Sie liefern wichtige Daten, die das Steuern der einzelnen Komponenten erleichtert. So kann eine hohe Effizienz erreicht werden.
Buchgrafik E-Book SAP in der Logistik

E-Book: Kompendium zu SAP Logistik

In diesem E-Book haben wir unsere Beiträge zum Thema SAP in der Logistik für Sie zusammengestellt.

TUL: U wie Umschlag

Die zweite Säule der Logistik: Von Umschlag spricht man immer dann, wenn die Güter von einem Transportmittel in das nächste verladen werden. Ein Beispiel dafür ist, wenn ein Schiff mit Ware im Hafen ankommt und die Güter dann für den Weitertransport in LKWs verladen werden.

Hierfür werden an strategisch sinnvollen Punkten Umschlagplätze errichtet, an denen die Güter be- und entladen werden können. Die drei existierenden Umschlagmöglichkeiten sind: manuell, maschinell und automatisch.

Jeder Umschlag verursacht Kosten. Doch das Wechseln auf das effizienteste Transportmittel ist essenziell für eine lukrative Logistik. Die Balance zwischen möglichst wenig Umschlag und dem effizientesten Transportfahrzeug ist ein wichtiger Bestandteil und sollte immer angestrebt werden.

Manueller Umschlag

Der manuelle Umschlag passiert von Hand. Er erfordert eine große Menge an Arbeitskraft und wird meist dann eingesetzt, wenn die Investition in Roboter noch nicht wirtschaftlich genug ist.

Maschineller Umschlag

Beim maschinellen Umschlagen der Ware kommen Maschinen zum Einsatz, die den Mensch entlasten. Viele Güter setzen den Einsatz von Maschinen zum Verladen voraus. Generell steigt die Effizienz mit dem Einsatz von Maschinen.

Automatischer Umschlag

Der automatische Umschlag erfolgt durch Verladungsroboter, welche die Ware automatisch umschlagen. Es wird also nur ein Supervisor benötigt, der den Prozess überwacht.

Unser Whitepaper zu den 4 wichtigsten Logistik-Apps

Whitepaper: Die 4 wichtigsten Logistik Apps

In diesem Whitepaper erfahren erhalten Sie einen Überblick über die vier wichtigsten Logistik-Apps.

TUL: L wie Lagerung

Die letzte Säule der Logistik befasst sich mit dem Lagern von Gütern. Beim Lagern werden Güter deponiert, die für die Weitergabe bestimmt sind. Dabei wird der Materialfluss bewusst unterbrochen. Die Just-in-Time-Produktion und Make-to-Order-Produktion haben die Lagerung in den letzten Jahren auf ein Minimum reduziert und es ist nur in wenigen Fällen finanziell von Vorteil, einen großen Lagerbestand zu besitzen.

Was ist eine Lagerstrategie?

Eine Lagerstrategie ist die Festlegung, wie ein Lager organisiert werden soll. Dabei orientiert sie sich an der übergeordneten Logistikstrategie. Sie ist maßgeblich daran beteiligt, wie effizient und wirtschaftlich ein Lager betrieben wird.

Die Lagerstrategie hat also direkte Auswirkungen auf die nachfolgenden Logistikprozesse. Sie beeinflusst Kosten und Produktivität im Lager. Sie legt fest, welche Regeln für die Güter in gewissen Lagerbereichen gelten, wie diese ein- und ausgelagert werden, aber auch wann Umlagerungen stattfinden.

Ziele von Lagerstrategien

Durch die Optimierung der Bedienwege der Ein- und Auslagerung wird der Durchsatz im Lager erhöht, was dazu beiträgt, dass Kommissionierzeiten reduziert werden. Außerdem soll eine gleichmäßige Auslastung der verschiedenen Lagertypen sowie die generelle Auslastung des Lagers erreicht werden.

Bei Lagerung von Gütern mit Ablaufdaten muss gewährleistet werden, dass diese eingehalten werden und die Ware nicht verfällt. Durch eine angepasste Strategie lässt sich ein Überschreiten der Haltbarkeit verhindern. Darüber hinaus sollen Lagerkosten durch volle Auslastung minimiert und Transportzeiten reduziert werden.

Heutige Lagerstrategien

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Lagerung von Waren und Gütern zu organisieren. Das sind die 5 gängigsten Lagerstrategien:

  • FEFO bedeutet „First Expired – First Out“ und wird hauptsächlich bei Lebensmitteln angewendet. Die Ware, die am kürzesten haltbar ist, verlässt das Lager als Erstes wieder. Damit wird das Überschreiten des Haltbarkeitsdatums der Ware im Lager vermieden.
  • FIFO steht für „First in -  First out“. Die häufigste Methode. Eintreffende Ware durchläuft das Lager chronologisch. Was zuerst kam, geht zuerst. Diese Strategie lässt sich logistisch am einfachsten anwenden.
  • LIFO steht für „Last in – First out“ und ist damit das Gegenteil von FIFO. Was zuerst ankommt, wird ganz hinten gelagert und kommt als Letztes wieder raus.
  • HIFO steht für „Highest in – First out“ und bedeutet, dass die teuersten Waren als erstes ausgelagert werden.
  • LOFO steht für „Lowest in – First out“ und ist das Gegenteil von HIFO. Die günstigsten Waren verlassen das Lager zuerst.

Faktoren für die optimale Lagerstrategie

Um die optimale Lagerstrategie herauszufinden, müssen sämtliche Faktoren mit einbezogen werden:

  • Die Art der Güter bestimmt die Lageranforderung (Größe, Anzahl, Gewicht, Haltbarkeit, Wert etc.).
  • Welche Art von Lager soll betrieben werden?
  • Wie lange sollen einzelne Artikel im Lager verweilen?
  • Gibt es zusätzliche Dienstleistungen (Umverpackung, Qualitätskontrolle etc.)?

Für optimale Rentabilität werden Lagerstrategien oft miteinander kombiniert. Moderne Software bildet dabei die Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Lagerstrategien. Häufig müssen bei Änderung der Strategie aber Umlagerungen stattfinden.

Unser Webinar zum Thema effiziente Lagerprozesse: automatisierte Datenanalyse in SAP
Laufen Ihre Prozesse im Lager oft noch manuell ab und möchten Sie diese optimieren? In diesem Webinar zeigen wir Ihnen, welche Möglichkeiten die automatisierte Datenanalyse mit SAP eröffnet.

Fazit

Die Abkürzung TUL ist im Kontext der Logistik weit verbreitet. Dieses allumfassende Konzept beschreibt den Durchlauf der Ware in allen wichtigen Bereichen: Transport der Ware vom Zulieferer bis zum Empfänger, Umschlag der Güter für die effizienteste Lieferung und Lagerung der Waren für bessere Verfügbarkeit. Jeder dieser Bereiche trägt einen wichtigen Teil zur effizienten Logistikstrategie bei und erfordert stetige Optimierung.

Tim Lutz

Tim Lutz

Mein Name ist Tim Lutz und ich bin der Fachbereichsleiter von Mindlogistik. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Logistiklösungen im SAP Umfeld.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie mich!


Das könnte Sie auch interessieren:

Kategorieseiten Conversion E-Book SAP in der Logistik

Das könnte Sie auch interessieren

Mobile Logistik-Apps gibt es auf dem Markt in allen möglichen Ausprägungen und Funktionsumfängen.

weiterlesen

Ausgangslage für diesen Blogbeitrag ist die schier endlose Anzahl an Möglichkeiten, um SAP Logistik Apps zu entwickeln und zu nutzen. Ich möchte Ihnen in diesem Beitrag einen Überblick über mögliche Plattformen und Technologien zur Entwicklung mobiler Logistik-Apps geben. Vorab noch […]

weiterlesen

Häufig kommen zur Personaleinsatzplanung im Lager, der Packerei oder der Versandabteilung Tools wie Excel, Word oder auch ein großes Whiteboard mit Magneten zum Einsatz. Das kann nach meiner Erfahrung im Kleinen noch funktionieren, mit steigender Größe häufen sich die Probleme.

weiterlesen

Unsere Produkte zu TUL – Transport, Umschlag und Lagerung

Daten mobil und ohne festen Arbeitsplatz mittels Hardware-Geräten aufnehmen – das verspricht die mobile Datenerfassung, kurz MDE.

Mehr Informationen

Die mobile Datenerfassung (MDE) scheint auf den ersten Blick ein simples Thema zu sein. Aber ist es wirklich so simpel? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen!

Mehr Informationen

Die Inventur ist ein unumgänglicher, gesetzlich vorgeschriebener Prozess zur Erfassung des (Lager-)Bestands. Bilden Sie Ihre Lagerprozesse jetzt mobil ab und profitieren Sie von den Vorteilen.

Mehr Informationen

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus. Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.





Kontaktieren Sie uns!
Lea Sittermann
Lea Sittermann Kundenservice