Tim Lutz
7. Dezember 2020

Maverick Buying

Wenn einzelne Fachabteilungen im Unternehmen Waren im Alleingang bestellen, ohne dabei den Einkauf mit einzubeziehen oder ihn zumindest zu informieren, spricht man von Maverick Buying. In vielen Firmen ist der „wilde Einkauf“ keine Seltenheit. Dabei kann Maverick Buying Mehrkosten von bis zu 15 % für Unternehmen bedeuten. In diesem Beitrag erhalten Sie einen Überblick über die Ursachen von Maverick Buying und wie Sie es verhindern können.

Ursachen von Maverick Buying

Es gibt verschiedene Gründe, die Einkaufs-ferne Abteilungen dazu veranlassen, Bestellungen in Eigenregie durchzuführen. Im Folgenden habe ich die Gängigsten für Sie aufgelistet:

  • Die Fachabteilung möchte zeitlich begrenzte Sonderangebote nutzen und daher den Einkaufsprozess beschleunigen.
  • Die Fachabteilung muss schnell auf Termindruck reagieren und möchte den Einkaufsprozess darum beschleunigen.
  • Die Fachabteilung verspricht sich mehr Flexibilität im Einkauf, wenn sie sich den Vorgaben der Einkaufsabteilung entzieht.
  • In der Fachabteilung herrscht Unkenntnis oder Unzufriedenheit über die Prozessabläufe und Vorgaben, die der Einkauf stellt.

Oft ist den Mitarbeitern nicht bewusst, welchen Schaden sie durch ihren Alleingang anrichten können. Womöglich gehen sie davon aus, den Einkauf zu entlasten.

Schäden durch Maverick Buying

Durch den Beschaffungs-Alleingang der Fachabteilungen entstehen Unternehmen im Schnitt Mehrkosten von bis zu 15 %. Diese können sich wie folgt zusammensetzen:

  • Höhere Einkaufspreise aufgrund kleiner Stückzahlen und ungenügender Preisverhandlungen
  • Höhere Kosten durch eventuelle Reklamationen, die nicht voll erstattungsfähig sind
  • Schadenersatzforderungen des Lieferanten wegen Vertragsbruch

Weiterhin kann es passieren, dass Sie durch Maverick Buying langjährige Lieferanten verärgern und somit auch Ihrem Image schaden.

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Maverick Buying vermeiden

Verhaltensrichtlinie für Bestellungen

Um Maverick Buying zu vermeiden, sollten Sie klare Regeln und Strukturen bzgl. des Einkaufs einführen und diese transparent mit allen Abteilungen kommunizieren. Sie könnten beispielsweise eine Step-by-Step-Verhaltensrichtlinie für Bestellungen erstellen, die verbindlich für jeden Mitarbeiter gilt.

Bestellvorlagen

Sorgen Sie zudem für „kurze Wege“ bei Bestellungen über die Einkaufsabteilung. So könnten Sie beispielsweise eine für alle Mitarbeiter zugängliche Bestellvorlage etablieren, die Ihre Mitarbeiter schnell an den Einkauf weiterleiten können.

Schulungen und Kontrollinstanzen

Der Aufgabenbereich der Einkaufsabteilung muss klar definiert und transparent sein. Unternehmensinterne Schulungen der einzelnen Fachabteilungen steigern die Akzeptanz und Transparenz eines einheitlichen Einkaufsprozesses. Pro Abteilung könnten Sie einen Mitarbeiter bestimmen, der kontrolliert, dass die Maßnahmen eingehalten werden.

E-Procurement

Zuletzt empfehle ich Ihnen noch die Verwendung von elektronischen Lösungen wie E-Procurement-Systemen (z. B. SAP Ariba), die Ihnen auf digitalem Weg helfen, den Einkaufsprozess effizienter zu gestalten und Kosten zu sparen. In einem intuitiv bedienbaren System können Sie all Ihre Bestellungen zentral erfassen und Optimierungen vornehmen. Auch wir von Mindlogistik bieten eine E-Procurement-Lösung – eine Art unternehmensinternen Webshop – an, die sich leicht in Ihr ERP-System integrieren lässt.

E-Procurement mit SAP
E-Procurement ist die Antwort auf fast alle Fragen in der Beschaffung. Ein E-Procurement-System steigert die Effizienz im Einkauf, senkt Kosten und beugt Maverick Buying vor.

Fazit

Maverick Buying bedeutet, dass einzelne Fachabteilungen Bestellungen vornehmen, ohne den Einkauf dabei (rechtzeitig) einzubeziehen. Ohne das Knowhow der Einkaufsabteilung gehen Ihrem Unternehmen erhebliche Einsparungspotenziale verloren. Im schlimmsten Fall können Ihre Lieferanten sogar Schadenersatzforderungen wegen Vertragsbruch von Ihnen fordern. Maverick Buying kann also nicht nur Ihren Konten, sondern auch Ihrem Image schaden.

Um den Alleingang einzelner Fachabteilungen zu vermeiden, braucht es vor allem klar definierte Abläufe und eine transparente Kommunikation dieser Abläufe und Zuständigkeiten mit Ihren Mitarbeitern. Auch elektronische Lösungen wie E-Procurement-Systeme können Ihnen und Ihren Mitarbeitern durch automatisierte Prozesse viel Arbeit abnehmen und Einsparungspotenziale realisieren.

Haben Sie noch Fragen zum Thema? Kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

Maverick Buying – so verhindern Sie den „wilden Einkauf“ einzelner Abteilungen

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Tim Lutz

Tim Lutz

Mein Name ist Tim Lutz und ich bin der Fachbereichsleiter von Mindlogistik. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Logistiklösungen im SAP Umfeld.

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