Mohamed-Amine Bouchatal
 - 25. Juni 2019

SAP EWM – Architektur und Programmierung

Das SAP Extended Warehouse Management bietet eine Vielzahl von neuen Funktionalitäten, um den Anforderungen der modernen Lagerlogistik gerecht zu werden. In diesem Blogbeitrag gehe ich auf die Architektur, sowie auf die Neuerungen in der Programmierung in Bezug auf EWM ein.

SAP EWM – Architektur

Das Extended Warehouse Management kann in drei verschiedenen Varianten integriert werden. Anfänglich war es nur als Bestandteil des SAP Supply Chain Managements käuflich, nun gibt es EWM auch als Add-On für SAP ERP und es kann auch Standalone laufen. In den folgenden Kapiteln gehe ich näher auf die drei Varianten ein.

SAP EWM auf SAP SCM

Der Grund das EWM auf den SCM-Server zu verlagern war, dass somit eine engere Beziehung zu den anderen Produktions- und Planungssystemen der SAP hergestellt wird. So läuft zum Beispiel schon das Planungssystem SAP APO auf dem SCM-Server. Ziel war es dadurch die Prozesse, z. B. zwischen Planung und Einlagerung, besser aufeinander abzustimmen.

SAP EWM auf dem SCM-Server hat aber auch einige Kritiker. Vor Allem kleinere Unternehmen sehen in dem Punkt ein Problem, für das EWM den gesamten SCM-Server installieren zu müssen. Es sind für diese Unternehmen zu hohe Kosten. Aus diesem Grund hat die SAP die Entscheidung getroffen, das EWM auch als ERP-Add-On zur Verfügung zu stellen.

SAP EWM als ERP-Add-On

Das EWM kann auch auf einem SAP-ERP-System als Add-On installiert werden. Der Vorteil hier ist, dass das EWM direkt auf alle Stamm- und Bewegungsdaten aus dem ERP-System zugreifen kann. Nachteil ist jedoch die Abhängigkeit der Erreichbarkeit des ERP-Systems. Fällt das ERP-System aus, steht das EWM-System für das gesamte Lager nicht zur Verfügung.

SAP EWM als Standalone

Die dritte Möglichkeit ist es das EWM als Standalone laufen zu lassen. Dadurch entfällt die Abhängigkeit der Erreichbarkeit des ERP-Systems, jedoch kann das EWM auf keinerlei Daten direkt zugreifen. Sowohl für die Daten aus dem ERP-System als auch für die Daten aus den Produktions- und Planungssystemen des SCM müssen Schnittstellen zum EWM eingerichtet werden.

Whitepaper: SAP EWM in S/4HANA

Das SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) ist ein Teil des SAP Supply Chain Managements (SAP SCM) und unterstützt umfangreiche Abläufe innerhalb der Logistikkette.

SAP EWM – Programmierung

Bei der Programmierung im EWM-System ist es wichtig, genau zu wissen, welche der drei oben genannten Varianten in der aktuellen Systemlandschaft vorliegt. Genauso muss beachtet werden, ob sich die Architektur in Zukunft vielleicht ändern soll. Läuft das EWM aktuell noch als Add-On auf dem ERP soll aber später als Standalone laufen, ist es wichtig, die Programmierung schon so zu konzeptionieren, dass ein Umstieg leichtfällt.

Ist das EWM als Add-On installiert, so besteht direkter Zugriff auf alle Tabellen, Datenelemente und jegliche weiteren Entwicklungsobjekte aus dem ERP. Läuft das EWM aber beispielsweise als Standalone muss zum Beispiel über ein RFC-Funktionsbaustein auf die SAP-Daten zugegriffen werden. Dabei ist es auch wieder wichtig zu beachtet, ob die Kommunikation synchron oder asynchron sein soll.

Ebenso müssen die Daten aufeinander gemappt werden. Dafür stellt die SAP aber Standardtabellen und Standardfunktionsbausteine zur Verfügung. Ein Beispiel ist das Mappen der ERP-Materialien auf die EWM-Produkte. Mehr Informationen darüber finden sie hier:

Mapping der ERP-Materialnummer auf EWM-MATID, um an die EMW-Produktinformationen zu gelangen

Programmierung im EWM mit HANA DB

Die SAP ermöglicht auch eine Integration einer HANA Datenbank auf dem SCM-Server. So kann das EWM mit einer HANA DB genutzt werden. Beziehungsweise es wird direkt auf einem S/4HANA-System als Add-On installiert. Im EWM mit HANA DB gelten dieselben neuen Entwicklungsrichtlinien wie unter S/4HANA, um das System noch strukturierter und performanter zu machen. Beispiele dazu wären:

  1. Verlagerung der Rechenoperationen auf die Datenbank
  2. Nutzung der objektorientierten Programmierung
  3. Datenmodellierung via CDS
  4. Nutzung des BOPF-Frameworks

Sie möchten sich nicht alleine damit beschäftigen? Kontaktieren sie mich unverbindlich und ich helfe Ihnen gerne dabei Ihr Projekt zum Erfolg zu führen.



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