SAP EHS

SAP EHS (SAP Environment, Health and Safety Management) ist ein Modulteil des SAP ERP-Systems, welcher Funktionen im Bereich des Gesundheitsschutzes, der Sicherheit und der Unternehmensökonomie bereitstellt.

Neben dem klassischen ERP-System ist das Modul auch Teil des SAP EWM (SAP Extended Warehouse Management). Die zuvor genannten Bereiche unterteilen sich in Unterbereiche, die jeweils spezifische Werkzeuge bieten. Zu diesen Unterbereichen gehören beispielsweise das Abfallmanagement, der Arbeitsschutz und die Arbeitsmedizin.

So kann im Bereich des Abfallmanagements der Umgang mit gefährlichen Abfällen geregelt werden, welcher wiederum in der Gefahrstoffverwaltung in bestimmte Kategorien klassifiziert werden kann. SAP EHS benötigt für eine korrekte Integration in die Unternehmensstrukturen bestimmte SAP-Komponenten, welche bereits im Vorfeld Teil des ERP-Systems sein müssen und im weiteren Verlauf näher beschrieben werden.

Was ist das Besondere an SAP EHS?

Das Modul SAP EHS hat einen wesentlichen Einfluss auf das betriebliche Risikomanagement in vielen Unternehmensbereichen. Das Environment, Health and Safety Management ist in dem Zusammenhang jedoch nicht auf die eigene Unternehmensstruktur beschränkt, sondern ist skalierbar auf internationale Richtlinien anpassbar. Insbesondere globale Unternehmen können mit SAP EHS bei der Erschließung neuer Kundenstämme in anderen Ländern die jeweiligen Sicherheitsbestimmungen problemlos erfüllen. Zu diesem Zweck ist die Integration von Sprachpaketen in allen Modulbereichen zur Realisierung einer mehrsprachigen Lösung von EHS bereits Teil des Standards.

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Im Programmkern sind sieben Komponenten zusammengefasst, die sämtliche Funktionen von SAP EHS in unterschiedlichen Bereichen abbilden und nachfolgend näher beleuchtet werden. Zu diesen Funktionen gehören unter anderem die Gefahrgutabwicklung, das Abfallmanagement und die Produktsicherheit. Der große Vorteil von SAP EHS ist die einfache Überführung wichtiger Kennzahlen und Statistiken in entsprechende Berichte. Diese können intern an Entscheider und extern an Behörden gesendet werden, um die teilweise strengen Dokumentationspflichten in bestimmten Bereichen zu erfüllen.

Durch entsprechende Schnittstellen in andere Module des SAP ERP-Systems, können relevante Daten in bestimmte Bereiche überführt, beziehungsweise von dort extrahiert werden. Solche Schnittstellen kommen vor allem bei der Zusammenführung von EHS und dem Bereich Logistik zum Einsatz. An dieser Stelle fließen die Informationen vieler Bereiche (Materialwirtschaft, Produktion, Lagerverwaltung, …) zusammen und müssen zum Beispiel zur Erfassung möglicher Gefahrenstoffe an das EHS weitergeleitet werden. Aus dem EHS werden die Informationen an die Vertriebsbelege übergeben, die auf Basis der Daten bestimmte Kennzeichen in Kundenverträgen oder Aufträgen setzen können. Das saubere und prozessgetreue Zusammenspiel der systemseitigen Unternehmensbereiche ist in EHS dementsprechend von großer Bedeutung.

SAP EHS bietet den Unternehmen also Möglichkeiten, die in der Vergangenheit nur durch den Einsatz mehrerer Programme und Module abgedeckt werden konnten. Insbesondere bei grenzüberschreitenden Geschäften kam es immer wieder zu Problemen bei der Einhaltung der jeweiligen Sicherheitsrichtlinien und beim Arbeitsschutz. SAP EHS lässt sich nahtlos in ein bestehendes SAP ERP und EWM-System integrieren und kann – je nach Bedarf und Wunsch des Unternehmens – vollständig oder teilmodular eingerichtet werden.

Wichtige Bestandteile von SAP EHS

Im Modulumfang von SAP EHS sind sieben Komponenten zusammengefasst, die jeweils einen ganz bestimmten Bereich abdecken. Das Besondere ist, dass SAP EHS zentral an einer Stelle übergreifend für alle Komponenten verwaltet werden kann. Sämtliche Grunddaten und Funktionen werden in der Zentrale gesteuert und ziehen sich später durch die einzelnen Unterbereiche. Daher bietet SAP EHS in gewisser Weise ein eigenes Customizing, in dem modulspezifische Einstellungen festgelegt werden können. SAP EHS besteht im Kern aus den folgenden Unterbereichen, beziehungsweise Komponenten:

SAP EHS-BD (Grunddaten und Werkzeuge):

EHS-BD ist der zentrale Knotenpunkt, welcher zuvor bereits erwähnt wurde. Die einzelnen Bestandteile der Unterbereiche können hier genau spezifiziert werden. Als Beispiel sei die Klassifikation der Abfälle nach Abfallschlüsselnummer (AVV-Nummer) genannt, welche in SAP EHS-BD festgelegt werden und unternehmensweit gültig sind. Gleichzeitig lassen sich hier auch Vorlagen für das Berichtswesen erstellen und sprachabhängige Daten erfassen.

SAP EHS-SAF (Produktsicherheit):

Die Produktsicherheit spielt insbesondere in Unternehmen eine große Rolle, in denen Gefahrstoffe hergestellt werden. In SAP EHS-SAF können dementsprechend Sicherheitsdatenblätter und Etiketten erstellt werden, die zur Sicherheit auf produzierte Stoffe und Güter angebracht werden können. Eine Anbindung in die Materialwirtschaft ermöglicht die Auswahl der zur Zusammensetzung eines Produkts benötigten Bestandteile unter Einbehaltung der Vorschriften im Bereich der Produktsicherheit.

SAP EHS-HSM (Gefahrstoffmanagement):

Unternehmen, die Gefahrstoffe produzieren oder in ihren Arbeitsabläufen mit ihnen in Berührung kommen, können in SAP EHS-HSM den Umgang mit diesen Stoffen dokumentieren und aufbereiten. Das Gefahrstoffmanagement unterstützt bei der Erstellung von Berichten und ermöglicht eine gesetzeskonforme Dokumentation. Dazu gehört auch die Zusammenfassung sämtlicher Einkaufs- und Entsorgungsprozesse im Zusammenhang mit Gefahrenstoffen.

SAP EHS bietet Sicherheit, Geseundheitsschutz und betrieblichen Umweltschutz.

SAP EHS-DGP (Gefahrgutabwicklung):

Der Bereich SAP EHS-DGP ermöglicht die Anlage von Gefahrgutstammsätzen, die die einzelnen Gefahrgüter genau spezifizieren. Darüber hinaus können in der Gefahrgutabwicklung Prüfungen der gelagerten und eintreffenden Stoffe geplant und entsprechende Gefahrgutpapiere angelegt werden.

SAP EHS-WA (Abfallmanagement):

Das Abfallmanagement regelt den Umgang mit Abfällen aller Art im Unternehmen. Insbesondere im produzierenden Gewerbe fallen Abfälle aller Art an, die in diesem Bereich verwaltet werden können. Die Abholungen von Abfällen durch Entsorgungsunternehmen können hier geplant und nachverfolgt werden. SAP EHS-WA bietet Werkzeuge für den Umgang mit gefährlichen Abfällen und ermöglicht das elektronische Nachweisverfahren, mit denen Gefahrstoffe digital nachverfolgt werden können. Gleichermaßen können im Abfallmanagement die entstandenen Kosten eingesehen und in Berichte überführt werden.

SAP EHS-HEA (Arbeitsmedizin):

SAP EHS-HEA fasst sämtliche Methoden und Planungen im Bereich des medizinischen Gesundheitsmanagements zusammen. In diesem Bereich können Vorsorgeuntersuchungen geplant und arbeitsmedizinische Fragebögen erstellt werden. Auch das betriebliche Gesundheitsmanagement (bezahlte Sportkurse, betriebliche Fitnessstudios oder Zuschüsse bei einer gesunden Lebensweise) kann in diesem Bereich abgewickelt werden.

SAP EHS-IHS (Arbeitsschutz):

Der für Unternehmen und Mitarbeiter wichtige Bereich des Arbeitsschutzes umfasst sämtliche Maßnahmen und Methoden, die für diesen Bereich relevant sind. Dazu gehört beispielsweise die Erfassung von Arbeitsunfällen und die Dokumentation des Schadenshergangs. SAP EHS-ISH zeigt die historisch entstandenen Schäden auf und überführt die daraus resultierenden Kosten in spezielle Berichte. Zudem können in diesem Bereich Betriebsanweisungen und Handlungsempfehlungen geschrieben sowie Schulungen im Bereich der Arbeitssicherheit geplant werden.

Implementation von SAP EHS in der Unternehmensinfrastruktur

Durch die Tatsache, dass das Modul in mehrere Unterbereiche aufgeteilt ist, müssen im Einzelfall entsprechende Voraussetzungen geprüft werden. Einige Bereiche, wie zum Beispiel die Grunddaten und Werkzeuge (SAP EHS-BD), benötigen zwingend andere SAP-Module, um alle Funktionen anbieten zu können. In dem genannten Beispiel sind das die Änderungsdienste, die Dokumentenverwaltung, das Klassensystem, der Materialstamm und das Modul SAP SD. In den Unterbereichen von SAP EHS bestehen wiederum gewisse Abhängigkeiten, die für einen erfolgreichen Einsatz des Bereichs erforderlich sind.

Für den vollumfänglichen Einsatz aller sieben Unterbereiche des Moduls werden folgende SAP-Komponenten benötigt:

  • Materialstamm (LO-MD-MM)
  • Klassensystem (CA-CL)
  • Änderungsdienst (LO-ECH)
  • Dokumentenverwaltung (CA-DMS)
  • Materialwirtschaft (SAP MM)
  • Vertrieb (SD)
  • Personaladministration (PA-PA)
  • SAP-Geschäftspartner (CA-BP)
  • Organisationsmanagement (BC-BMT-OM)
  • Arbeitsplätze (PP-BD-WKC)

Die Anzahl der Voraussetzungen und die bestehenden Abhängigkeiten der Unterbereiche untereinander zeigen, dass eine gründliche Prüfung vor dem Einsatz von SAP EHS zwingend erforderlich ist. Unternehmen, die das Modul einsetzen wollen, sollten im Vorfeld die benötigten Funktionen von SAP EHS auswählen und im Einzelfall eine mögliche Implementation prüfen.

Zusammenfassung und Fazit

SAP EHS erleichtert die Arbeit in sensiblen Bereichen, wie beispielsweise Arbeitsschutz, Abfallmanagement und Gefahrgutabwicklung, und ermöglicht ein gesetzeskonformes Handling. Unternehmen können mit SAP EHS ihrer Nachweis- und Dokumentationspflicht nachkommen und die Sicherheit für Produkte und Mitarbeiter gewährleisten. Das Modul zieht sich durch alle Bereiche des Unternehmens, in denen für gewöhnlich ein strukturiertes Risikomanagement unabdingbar ist. So können unter anderem im Bereich des Arbeits- und Unfallschutzes jegliche Informationen und Kosten in Schadensfällen aufgezeichnet und dokumentiert werden. Diese Daten werden archiviert und sind jederzeit historisch nachverfolgbar.

Da das Modul EHS in mehrere Unterbereiche aufgeteilt ist, sollte im Vorfeld eine detaillierte Planung aufgestellt werden. Dies ist wichtig, da einerseits für den allgemeinen Einsatz von EHS gewisse Voraussetzungen bestehen und andererseits jeder einzelne Unterbereich wiederum bestimmte SAP-Komponenten für eine vollständige Funktion benötigt. Insgesamt besteht das Modul Environment, Health and Safety Management aus sieben Unterbereichen. Da diese jeweils einen ganz eigenen Bereich abdecken, ist eine entsprechende Prüfung im Vorfeld empfohlen.


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