SAP SOP

Mit SAP SOP (Sales & Operations Planning) prognostizieren und planen Unternehmen ihren Absatz sowie ihre Produktion. Dies kann auf Basis historischer Daten, laufender Daten und geschätzter Zukunftsdaten erfolgen. Zudem bietet SAP SOP eine Grobplanung der erforderlichen Ressourcen und Kapazitäten.

Einsatzzweck

Eine professionelle Planung bildet in der Industrie seit jeher die Grundlage für eine optimale Materialversorgung und eine unterbrechungsfreie Produktion. Die Rahmenbedingungen werden jedoch zunehmend schwieriger. Wiederbeschaffungszeiten für Rohstoffe und Bauteile verlängern sich, während Kunden kürzere Lieferzeiten fordern. Hinzu kommt eine steigende Variantenvielfalt bis hin zu Losgröße 1. Für Planer und Logistiker stellen diese Faktoren enorme Herausforderungen dar.

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SAP SOP (Sales & Operations Planning) unterstützt Unternehmen dabei, die mittel- und langfristige Planung des Absatzes durchzuführen und die Produktion entsprechend auszurichten. Der SOP-Standard wird vorkonfiguriert ausgeliefert, sodass er innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit ist. Gehen die Anforderungen über den Standard-Funktionsumfang hinaus, so kommt eine weitere Komponente von SAP SOP ins Spiel: die flexible Planung („SAP Flexible Planning“). Sehen wir uns diese beiden Bestandteile im Folgenden näher an.

Standardabsatz- und Grobplanung

Im Standard bietet SAP SOP vordefinierte Parameter, wodurch Unternehmen sofort mit der Planung ihres Absatzes und der Grobplanung ihrer Produktion beginnen können. Vertriebs- und Produktionsziele lassen sich somit innerhalb kurzer Zeit definieren. Häufig wird beispielsweise eine Vertriebsplanung auf der Grundlage von Umsatzprognosen erstellt, die im zweiten Schritt weitgehend unverändert als Produktionsplan dient. In diesem Standard-Szenario entspricht die Produktionsmenge also der prognostizierten Kundennachfrage.

Aus technischer Sicht erfolgt die Planung in SAP SOP auf Basis von Hierarchie-Ebenen. Sie kann zudem mehrere Stufen durchlaufen. Hierarchie-Ebenen wie Werke, Vertriebswege und Materialien müssen nicht einzeln geplant werden. Es ist auch möglich, die Software so zu konfigurieren, dass global definierte Vorgaben automatisch auf diese Ebenen einer bestimmten Verkaufsorganisation verteilt werden.

Zu erwähnen ist, dass sich die Absatz- und Produktionsgrobplanung (SOP) ausschließlich zur Planung von Endprodukten eignet. Materialkomponenten (Zwischenprodukte der Fertigung) lassen sich mit dem Tool hingegen nicht planen.

SAP Flexible Planning

Mit SAP Flexible Planning erhalten Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, das System an individuelle Anforderungen anzupassen. So lassen sich unter anderem unternehmensspezifische Kennzahlen und Merkmale in die Absatzplanung einbeziehen. Auch was die Planungsebenen betrifft, sorgt die Komponente für hohe Flexibilität. Die Verarbeitung der Daten kann aus Sicht annähernd jeder Organisationseinheit erfolgen. Zu nennen sind im Wesentlichen:

  • Produktgruppen
  • Materialien
  • Warengruppen
  • Verkaufsorganisationen
  • Vertriebswege
  • Werke
  • Gesamtunternehmen

Die Oberfläche ähnelt der einer Tabellenkalkulation. Sie bietet zahlreiche Möglichkeiten, bisherige Daten heranzuziehen, zukünftige Bedarfe zu prognostizieren, Analysen durchzuführen und verschiedene Szenarien zu simulieren. Mit Funktionen für die Massenverarbeitung lässt sich zudem eine Automatisierung bei der Planung großer Datenmengen realisieren.SAP SOP

Planungsmethoden

Ein entscheidendes Element von SAP SOP ist die Planungsmethode. Sie legt fest, wie die Verteilung von Daten an verschiedene Stellen des Unternehmens erfolgt. Zur Verfügung stehen folgende Varianten:

  • Konsistente Planung
  • Stufenplanung

Da sich die beiden Methoden erheblich voneinander unterscheiden, muss bei der Auswahl gewissenhaft vorgegangen werden. Die wichtigsten Merkmale führen wir nachfolgend näher auf.

Konsistente Planung

Bei dieser Methode werden Daten stets auf derjenigen Planungsebene gespeichert, die den höchsten Detaillierungsgrad aufweist. Wie der Name bereits vermuten lässt, existieren zudem Abhängigkeiten zwischen sämtlichen Ebenen. Erfolgen Änderungen in einer beliebigen Hierarchie-Ebene, wirkt sich dies also direkt auf alle anderen Planungsebenen aus.

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Vorteilhaft ist bei dieser Planungsmethode, dass freie Kapazitäten ganzheitlich – also auf jeder Planungsebene – berücksichtigt werden können. Zugleich ist die Methode einfach zu handhaben. Anwender erfassen Planzahlen auf einer beliebigen Ebene und können stets davon ausgehen, dass auf allen anderen Ebenen Konsistenz herrscht.

Stufenplanung

Im Gegensatz zur konsistenten Planung werden die Daten bei dieser Methode auf allen Planungsebenen gespeichert. Somit ist eine Einzelplanung für jede Ebene möglich. Eine Abhängigkeit zu anderen Planungsebenen besteht nicht. Es ist also nicht zwangsläufig eine Konsistenz erforderlich. Unterstützt wird sowohl eine Bottom-Up-Planung als auch eine Top-Down-Planung. Der wesentliche Vorteil der Stufenplanung liegt in ihrer Flexibilität.

Zusammenwirken mit anderen SAP-Modulen

SOP ist das Standard-Planungswerkzeug der SAP Logistik-Informationssysteme (LIS). Aus SOP-Plänen werden in SAP sogenannte Primärbedarfe generiert, welche an die Programmplanung der Produktion übergeben werden. Die Programmplanung stellt wiederum die Grundlage für die detaillierte Produktionsplanung und die Disposition (SAP MRP) dar.

Zudem arbeitet SAP SOP bei Bedarf mit SAP CO (Controlling) zusammen. Dies bietet unter anderem die Möglichkeit, Daten aus dem Controlling für die Absatzplanung in SOP zu verwenden. Die Ergebnisse aus SOP können im Gegenzug an die Ergebnis-, Kostenstellen- und Prozesskostenrechnung übergeben werden. Die Verteilung von Daten an andere Unternehmensbereiche lässt sich darüber hinaus via ALE (Application Link Enabling) realisieren.

Zukünftige Ausrichtung von SAP im Sales & Operations Planning

Die Funktionen des klassischen SAP SOP finden sich bereits heute in SAP IBP (Integrated Business Planning). Es handelt sich hierbei um das neue SAP-Planungstool für die gesamte Supply Chain. Eines der Module trägt den Namen „SAP IBP for Sales und Operation Planning„, kurz SAP IBP S&OP. Im Fokus des Moduls steht die sogenannte 3D-Planung. Sie soll die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Verkauf, Vertrieb, Marketing, Produktion und Finanzen verbessern. Die Absatz- und Produktionsplanung soll also kollaborativer möglich sein als in der Vergangenheit.

Zu erwähnen ist außerdem das Modul SAP IBP for Demand. Es wurde speziell für die Absatzplanung entwickelt und enthält erstmals fortgeschrittene Prognoseverfahren auf Basis künstlicher Intelligenz. Die Absicherung der Materialversorgung erfolgt hingegen über SAP IBP Supply. Dieses Modul ermöglicht die Simulation gesamter Lieferketten, was einer Erweiterung des klassischen SOP-Prozesses darstellt.


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