Tim Lutz
2. September 2019

Pick-by-Light

Pick-by-Light ist eines von mehreren Verfahren der beleglosen Kommissionierung. Das Pick-by-Light Verfahren nutzt Signallampen an Bildschirmanzeigen, um Kommissionierern die zu entnehmende Ware anzuzeigen. Somit muss der Kommissionierer bei diesem Vorgang kein weiteres Equipment mit sich führen, was für eine hohe Ergonomie und Flexibilität am Arbeitsplatz führt.

Aufbau

Jeder Lagerplatz ist mit einer Fachanzeige bzw. einem Display ausgestattet. Startet der Kommissionierer seine Kommissioniertätigkeit, so werden die Fachanzeigen der zu entnehmenden Artikel aktiviert. Eine Fachanzeige setzt sich aus einer Blickfangleuchte, einem Sensor oder Quittierknopf und einer Mengenanzeige zusammen. Die Blickfangleuchte signalisiert dem Kommissionierer das Entnahmefach, die Mengenanzeige gibt Informationen über die geforderte Artikelstückzahl.

Pick-by-Light eignet sich besonders gut für Lager mit hoher Pickleistung.

Funktionsweise

Die Fachanzeigen und die Mengenanzeigen geben dem Kommissionierer Aufschluss über das Produkt und die zugehörige Artikelanzahl. Entnimmt der Kommissionierer nun die geforderte Menge aus dem Lagerplatz, bestätigt er anschließend die Entnahme über den entsprechenden Sensor/Quittierknopf. Somit wird eine Bestandsänderung in Echtzeit an das Lagerverwaltungssystem (LVS) zurückgemeldet.

Für Inventuren und für Korrekturen, wie Fehlbestände, können sogenannte (+/-) Korrekturtasten existieren. Es können aber auch zusätzlich weitere Funktionstasten für Sonderfunktionen vorhanden sein. Pick-by-Light Aufträge können entweder seriell oder parallel ablaufen.

  • Bei einem seriellen Kommissioniervorgang leuchtet die Fachanzeige nach jeder einzelnen Quittierung.
  • Der parallel ablaufende Kommissioniervorgang erfolgt dagegen in einem Schritt, indem die relevanten Fächer gleichzeitig aufleuchten. Die parallele Kommissionierung erfordert allerdings auch verschiedene Farbfunktionen (Auftrag und Kommissionierer).
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Anwendungsbeispiele

Das System ist besonders für den Einsatz in Palettenregalanlagen oder Fachbodenregalanlagen geeignet. Der Einsatz des Pick-by-Light Verfahrens eignet sich demnach besonders bei der Kommissionierung von Kleinteilen, bei der Aufteilung großer Warenmengen auf kleine Versandeinheiten oder in der Produktion zur Materialbereitstellung. Wenn es auf eine Fehlerfreiheit ankommt, dann eignet sich das Pick-by-Light Verfahren besondern bei der Kommissionierung von Medikamenten (z.B. Online Apotheken). Insbesondere bei einem hohen Kommissionier-Durchsatz (ca 10.000 Picks pro Tag) ist eine Investition in dieses Verfahren besonders sinnvoll.

Vorteile

  • Geringe Suchzeit
  • Direkte Kommunikation mit dem Lagerverwaltungssystem (Quittierung der Entnahme und evtl. Korrektureingabe)
  • Geringere Fehlerquote an falschen Artikeln
  • Personalflexibilität durch einfachen Prozess
  • Kurze Auftragsdurchlaufzeiten
  • Handfreies Arbeiten

Nachteile

  • Hoher technischer Implementierungsaufwand
  • Unerkannte Ausfälle der Displays können im Zweifelsfall zu Kommissionierfehlern führen
  • Hohe Anschaffungskosten

Anbindung

Voraussetzung für eine Implementierung eines Pick-by-Light Systems ist die Anbindung an das übergeordnete Lagerverwaltungssystem, ERP-Programm oder Warehouse-Management-System. Alle Auftragsdaten müssen schnell und zuverlässig übertragen werden. Alle weiteren gesonderten Meldungen über Korrekturen, Quittierungen etc. müssen ebenfalls sicher übermittelt werden. Dabei ist zu beachten, dass das Pick-by-Light Verfahren bei großer Lagerfläche hohe Anschaffungskosten mit sich bringt.

Put-to-Light

Put-to-light ist das umgekehrte Verfahren zu Pick-by-Light. Es wird für die Zuordnung von Artikeln zu ihren Zielplätzen genutzt. Hier wird anstelle des Entnahmefachs (Pick-by-Light Verfahren) ein Zielfach mit einer Fachanzeige ausgestattet. Das Aufbauprinzip beider Methoden ist also identisch. Einzig und allein das Verfahren unterscheidet sich hier: Der Kommissionierer wird mittels der Fachanzeige und Mengenanzeige über den Zielplatz und die Stückzahl informiert. Nach Ablage der Artikel ins Zielfach bestätigt er dies mit dem Quittierungsknopf/oder Sensor und die Blickfangleuchte erlischt. Gleichzeitig wird die Bestandsänderung an das Lagerverwaltungssystem übermittelt und verbucht.

Beide Verfahren können allerdings auch miteinander kombiniert werden, was für eine zusätzliche Effizienzsteigerung sorgt.

Ebenfalls in der Praxis bewährt sind die Kommissionier-Verfahren Pick-by-Scan, Pick-by-Vision und Pick-by-Voice.

Websession: Kommissionierverfahren

Sie haben Fragen? Dann vereinbaren Sie eine kostenlose Websession. Wir von Mindlogistik beraten Sie gerne bei dem für Sie am besten geeigneten Kommissionierverfahren.

Fazit

Eine Implementierung eines Pick-by-Light Vorgangs lohnt sich besondere bei Lagern mit kurzen Laufwegen und hoher Kommissionierfrequenz. Allerdings gibt es keine einheitliche Pick-by-Light Lösungen, die jedem Kundenwunsch gerecht werden kann. Damit sich also der Aufwand eines Pick-by-Light Systems lohnt, müssen die Abläufe und Prozesse im Vorfeld genau definiert und kundenindividuell angepasst werden.

Unsere Experten von Mindlogistik kümmern sich um die zahlreichen Wünsche und Ansprüche unserer Kunden und können auf jahrelanges Fachwissen zurückgreifen. Bei Fragen oder Bedarf an weiteren Informationen kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder per E-Mail.

Tim Lutz

Tim Lutz

Mein Name ist Tim Lutz und ich bin der Fachbereichsleiter von Mindlogistik. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Logistiklösungen im SAP Umfeld.

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