Serienfertigung mit SAP PP-REM
Suchen Sie nach einer SAP-Lösung für Ihre Serienfertigung? In diesem Beitrag stellen wir Ihnen vor, mit welchen Funktionen SAP PP-REM überzeugt.
Was ist SAP PP-REM?
SAP PP-REM steht für Production Planning for Repetitive Manufacturing und ist ein Untermodul des SAP-PP-Umfelds. Das Tool findet seinen Einsatz vor allem in der Produktionsplanung und Fertigungssteuerung der Serien- und Fließfertigung. Fokus liegt dabei vordergründlich auf der Bearbeitung von Produktionsplänen, die lager- oder kundenauftragsorientiert sein können.
Was ist Serienfertigung?
Die Serienfertigung ist ein Produktionsprozess, bei dem identische oder sehr ähnliche Produkte in großen Mengen hergestellt werden. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Effizienz und Kosteneffektivität zu maximieren, indem standardisierte Abläufe und Technologien verwendet werden.
Im Gegensatz zur Einzelfertigung, bei der jedes Produkt individuell hergestellt wird, erfolgt die Serienfertigung in aufeinanderfolgenden Schritten, wobei jede Phase auf die Massenproduktion ausgerichtet ist. Die Serienfertigung ist somit perioden- und mengenorientierter als andere Fertigungsarten.
Charakteristisch für die Serienfertigung sind wiederholbare Prozesse, standardisierte Arbeitsabläufe und die Verwendung von spezialisierten Maschinen.
Was bietet SAP PP-REM für die Serienfertigung?
Stammdaten
Für die Durchführung der Serienfertigung müssen Sie folgende Stammdaten im System anlegen:
Serienfertigungsprofil
Als Grundlage gilt zunächst immer das Serienfertigungsprofil, welches Sie entweder manuell oder über einen Assistenten im Customizing der Serienfertigung anlegen können. Im Anschluss lässt es sich einfach über die Dispositionsdaten im Materialstammsatz einem Material zuordnen.
Das Serienfertigungsprofil ist wesentlich, da Sie damit die Eigenschaften der Planung steuern und Einfluss auf die Rückmeldung in der Serienfertigung nehmen.
Fertigungsversion
Die Fertigungsversion beinhaltet Informationen über die verschiedenen Fertigungstechniken eines Materials. Unterschiedliche Fertigungstechniken existieren schon deshalb oft, weil mehrere Stücklisten existieren oder die Fertigung in verschiedenen Arbeitsplänen beschrieben ist.
Sie können die Fertigungsversionen unkompliziert im Materialstamm anlegen, dafür muss aber bereits eine Fertigungslinie, ein Arbeitsplan und eine Stückliste angelegt sein.
Planungsidentifikation
Mit der Planungs-ID können Sie verschiedene Materialien gruppieren. Das dient vor allem Planung- oder Auswertungszwecken.
Fertigungslinie
Die Fertigungslinie ist der Arbeitsplatz Ihrer Serienfertigung. Dabei ist es völlig egal, ob Sie sich bei der Aufteilung für mehrere Bearbeitungsstationen oder eine einzelne entscheiden.
Wenn Sie die Fertigungslinie aufteilen wollen, können Sie mithilfe des Liniendesigns eine Linienhierarchie erstellen. Dafür ordnen Sie jeweils die gewollte Bearbeitungsstation und die Fertigungslinie einem Arbeitsplatz zu.
Linienplan
Der Linienplan bildet für Sie den Fertigungsprozess der Serienfertigung ab. So haben Sie Übersicht über die Vorgänge, den zeitlichen Ablauf und die Reihenfolge der Arbeitsschritte. Mit diesem Plan können Sie auch die definierten Arbeitsplätze aus der Fertigungslinie einsehen.
Produktkostensammler
Seit dem Release 4.5A sammelt nicht mehr der Produktions- sondern der Produktkostensammler die Kosten des seriengefertigten Materials. Damit sind alle Istkosten gemeint, die bei der Fertigung eines Materials anfallen. Im Gegensatz zu anderen Fertigungsarten verwenden Sie bei der Serienfertigung immer den Produktkostensammler als Kostenträger.
Plankalkulation
Mithilfe der Plankalkulation ermitteln Sie Standardpreise für preisgesteuerte Materialien. Die Plankalkulation erstellen Sie i. d. R. am Anfang eines Geschäftsjahres und der Standardpreis des Materials bleibt dann auch konstant über die ganze Saison oder das gesamte Jahr.
Produktionstableaus
Innerhalb des Produktionstableaus stellen Sie den gesamten Produktionsplan der Serienfertigung dar. Ganz im Stil der Serienfertigung ist das Produktionstableau perioden- und mengenorientiert. Mit dem Tableau kann der Planer Produktionsmengen korrekt abschätzen, eingeben und ggf. ändern.
Wenn Sie eine gültige Fertigungsversion im Materialstammsatz angelegt haben, können Sie das Produktionstableau mit Plan- und Fertigungsaufträgen einsetzen.
Materialbereitstellungsliste
Mit der Materialbereitstellungsliste prüfen Sie den Materialfluss innerhalb Ihres Unternehmens und die Bestandssituationen für bereits beschaffte Komponenten eines Produkts. Durch diese Liste lassen sich bei Bedarf Fehlmengen ermitteln und Nachschubmengen initiieren.
Rückmeldung und Istdatenerfassung
Durch Rückmeldung und Istdatenerfassung lassen sich unkompliziert Arbeitsfortschritte im System erfassen. Je nach Variante der in Ihrem Unternehmen eingesetzten Serienfertigung haben Sie verschiedene Möglichkeiten für die Istdatenerfassung:
- Wareneingangsmeldung: für die Rückmeldung und Istdatenerfassung am Ende des Fertigungsprozesses
- Zählpunktmeldung: für die Rückmeldung von unfertigen Materialien
- Sammelerfassung mehrerer Materialien: für Rückmeldung und gesammelte Istdatenerfassung verschiedener Materialien
Sie haben zudem die Möglichkeit die Wareneingangsmeldung sofort durchzuführen und alle anderen zu einem späteren Zeitpunkt. So entkoppeln Sie die Rückmeldeprozesse und verkürzen die Antwortzeiten Ihres Systems, was vor allem bei großen Datenmengen von Vorteil ist.
Fazit
Der große Funktionsumfang des SAP PP-REM ist gerade für die Serienfertigung ideal. Mithilfe der wichtigen Stammdatenkomponenten, des Produktionstableaus und der Materialbereitstellungsliste funktioniert der Prozess der Serienfertigung in Ihrem Unternehmen reibungslos. Auch die Rückmeldungsmöglichkeiten und Istdatenerfassung kann dazu beisteuern, dass Sie einen Überblick über die Bestände behalten und Problemen entgegenwirken können.
Haben Sie weitere Fragen?
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