Tim Lutz
 - 4. Oktober 2018

SAP WM: Einlagerungsstrategien

SAP WM Einlagerungsstrategien

Die Anwendungskomponente Warehouse Management (WM) von SAP bietet Anwendern automatisierte Unterstützung bei der Abwicklung von Warenbewegungen wie Wareneingängen, Warenausgängen und Umlagerungen und der Verwaltung von Beständen im Lager.

Die Einlagerungsstrategien des SAP WM dienen der Optimierung der Lagerung von Waren. Dabei gibt es zahlreiche verschiedene Strategien:

Festplatz

Die Einlagerungsstrategie Festplatz – abgekürzt „F“ – wird angewendet, wenn ein Material auf einem Festlagerplatz in einem Lagertyp eingelagert werden soll. Diese Strategie wird insbesondere bei Lagertypen angewendet, bei denen die Kommissionierung manuell erfolgt. Der Festlagerplatz wird im Materialstamm der Lagerverwaltungssicht definiert.

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Freilager

Wie der Name verrät, ermittelt das System mithilfe der Einlagerungsstrategie Freilager („C“) einen Lagerplatz in einem Freilagerbereich. Ein Freilager ist eine bestimmte Form der Lagerorganisation, bei der ein einziger Lagerplatz pro Lagerbereich definiert wird. Die Quants des Lagerplatzes können auch in Mischbelegungen vorliegen.

Zulagerung

Die Einlagerungsstrategie Zulagerung („I“) sucht nach einem Lagerplatz, auf dem bereits Bestand gelagert ist. Die Voraussetzung für die Zulagerung ist, dass auf dem Lagerplatz ausreichend Restkapazitäten vorhanden sind. Wenn im System jedoch kein Lagerplatz mit demselben Material vorhanden ist oder die Restkapazitäten nicht ausreichen, springt das System zur Einlagerungsstrategie „Leerplatz“ und sucht nach dem nächsten leeren Lagerplatz. Die Zulagerung sollte jedoch nur bei Platzmangel angewendet werden.

Leerplatz

Wie oben bereits beschrieben schlägt das System bei der Einlagerungsstrategie „Leerplatz“ – abgekürzt „L“ – den nächsten Leerplatz im Lager vor. Mithilfe dieser Strategie werden eher unsortiert geführte Lager mit der Lagerung der Materialien in einzelnen Lagerbereichen unterstützt. Die Strategie ist besonders für Hochregal- und Regallager geeignet.

Nähe Kommissionierfestplatz

Die Strategie „K“ wird bei der Einlagerung von Materialien in ein Reservelager angewendet. Das System prüft jedoch nicht, ob ein Festlagerplatz verfügbar ist. Das System kann allerdings so eingerichtet werden, dass es zuerst nach einem Festlagerplatz sucht. Falls es keinen leeren Platz gibt, sucht das System mit dieser Strategie ein Reservelager, das räumlich so nah wie möglich am Festlager des Materials liegt.

Die Strategie kann aber auch als eigenständige genutzt werden: Das System versucht erst ein Reservelager in der Säule zu finden, in der sich der Festlagerplatz befindet. Das System beginnt immer auf der untersten Ebene und arbeitet sich nach oben vor. Wenn kein leerer Lagerplatz gefunden wird, dann sucht das System erst rechts und danach links des Festlagerplatzes in demselben Gang und anschließend in den benachbarten Gängen.

Lagereinheitentyp

Bei der Strategie Lagereinheitentyp („P“) verarbeitet das System unterschiedliche Lagereinheitentypen und ordnet sie einer geeigneten Position zu. In der Regel sind Lagerplätze in mehrere kleinere Positionen unterteilt und nur gleiche Lagereinheitentypen dürfen auf einem Lagerplatz eingelagert werden.

Blocklager

Bei der Strategie „B“ werden häufig Materialien gelagert, die in sehr großen Mengen vorkommen. Dazu zählen beispielsweise Reifen oder Getränke. Bei der Nutzung dieser Strategie verringert sich der Bedarf an physischen Lagerplätzen und das Lager ist übersichtlicher strukturiert aufgrund der Einteilung in Blöcke und Zeilen. Diese Einlagerungsstrategie sucht nach Lagerplätzen in Blocklagern.

Manuelle Eingabe

Das SAP WM bietet ebenfalls die Möglichkeit der manuellen Eingabe, wobei das System keine Strategie bei der Suche nach einem geeigneten Lagerplatz anwendet. Bei der Transportauftragserstellung gibt der Anwender den Nachlagerplatz manuell ein. Wenn die Suche nach einem geeigneten Lagerplatz vor Ort durch einen Mitarbeiter erfolgt, wird dieses Verfahren angewendet. Nach der Suche nach einem geeigneten Platz werden die Daten über den Lagerplatz in den Transportauftrag eingegeben.

Fazit

Mithilfe der Einlagerungsstrategien des SAP WM lassen sich Einlagerungsprozesse automatisieren und vereinfachen. Interessieren Sie sich für das WM von SAP? Unsere Experten des Fachbereichs Mindlogistik kennen sich in diesem Bereich aus und können Sie jederzeit beraten und operativ unterstützen – kontaktieren Sie uns einfach.

Tim Lutz

Mein Name ist Tim Lutz und ich bin der Fachbereichsleiter von Mindlogistik. Ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Logistiklösungen im SAP Umfeld.

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