
Kundenerfolg
Bei der BINDER GmbH, einem Hersteller von Inkubatoren und Klimaschränken, gehört es zur täglichen Arbeit, verschiedene Materialien anzulegen und zu verwalten. Bei der Materialstammdatenpflege kam es allerdings teilweise zu Problemen, da die Stammdaten oftmals unvollständig oder fehlerhaft hinterlegt waren. Zum Beispiel wurden falsche Materialarten, Warengruppen oder Bewertungsklassen angegeben. Es kam bspw. vor, dass fertige Schränke keine Serialnummer hatten. Diese konnten die Mitarbeiter auch im Nachhinein nicht mehr hinzufügen und die Bestellung nicht verbuchen.
„Das führte dazu, dass die Finanzbuchhaltung meist erst zum Ende des Prozesses festgestellt hat, dass die Daten bereits falsch durch das SAP-System und den kompletten Prozess gelaufen sind, sodass das Controlling am Ende die Bestellungen und Materialien nicht korrekt verbuchen konnte“, erklärt Joachim Hils, Business Process Consultant und Projektverantwortlicher bei der BINDER GmbH. Die Folge waren dann Stornierungen rückwärts entlang der Prozesskette, was sehr aufwendig und zeitraubend ist, da es schwer ist, die Daten zu korrigieren, wenn bereits am Anfang bspw. die Materialart falsch hinterlegt wurde.
Der Grund für diese Schiefstände war, dass es keinen fest definierten Prozess für die Anlage neuer Materialien gab – der SAP-Standard gibt keine Vorgaben beim Anlegen der Materialien mit. Dadurch hatten die Mitarbeiter viel Freiraum und der Prozess war undurchsichtig.
Das Projekt kann in die folgenden drei aufeinander aufbauenden Schritte gegliedert werden:
Die Lösung, die BINDER und Mindlogistik gemeinsam implementiert haben, besteht aus 3 Teilen: den Automatismen & Prüfungen, dem Arbeitsvorrat und der Customizing-Funktion.
Insgesamt sind nun bei der BINDER GmbH 48 Automatismen und Prüfungen im Prozess der Materialstammdatenpflege im Einsatz. Diese haben folgende Funktion:
Beispiele für Automatismen und Prüfungen innerhalb des Prozesses sind:
Der Arbeitsvorrat ist der zweite Teil der Lösung und stellt eine Art Dashboard da, in der alle Materialien angezeigt werden. Zum Beispiel werden hier alle Materialien angezeigt, deren Werkstatus gewechselt werden soll – im Fall von BINDER bspw. von Werkstatus 20 („konstruktiv freigegeben) zu Werkstatus 30 („Prototyp“). Außerdem kann hier eingesehen werden, ob zu den entsprechenden Anforderungen an das Material die richtigen Werte gepflegt sind. Zum Beispiel sollten die Vertriebswerte gepflegt sein, wenn ein Material auf dem Status „Prototyp“ steht und dem Kunden gezeigt werden soll.
Innerhalb der Customizing-Funktion legt das Unternehmen Regeln fest und passt sie an. Dadurch kann BINDER die Lösung auf seine individuellen Prozesse zuschneiden. Dabei haben sie die Möglichkeit, Statusregeln festzulegen – also von welchem Status ein Material überhaupt in welchen Status wechseln kann – oder Vorlagen für die Materialanlage abzulegen. Außerdem kann BINDER hier die Ansichten für den Arbeitsvorrat konfigurieren und individuell festlegen. Darüber hinaus gibt es hier auch die Option, User von Regeln zu befreien oder zu definieren, wer im Unternehmen Statuswechsel der Materialien durchführen darf.
Optimierung der Dateneingabe
Effizienz durch Automatisierung und Systemdokumentation
Fehlervermeidung und Prozessverbesserung
Mit der neuen Lösung ging logischerweise auch eine neue Arbeitsweise für die Mitarbeiter in der F&E-Abteilung, im Einkauf und im Auftragszentrum einher. Die Mitarbeiter mussten dabei zunächst einmal erkennen, dass es sich nicht um klassische Fehlermeldungen handelt, wenn ein Teil noch nicht richtig gepflegt ist, sondern um Informationsmeldungen, die die Mitarbeiter durch den Prozess führen und helfen. Zuvor gab es keine festgelegten Regeln bei der Materialanlage und der neue Prozess benötigte dementsprechend etwas Eingewöhnungszeit. Inzwischen freuen sich die Mitarbeiter allerdings sogar über die Meldungen und sehen sie als Unterstützung an.
Im Projekt haben sich BINDER und Mindlogistik bereits das Feedback der Mitarbeiter zunutze gemacht. „Es ist ein großer Meilenstein, die Mitarbeiter mitzunehmen und Feedback einzuholen“, stellt Joachim Hils heraus. Sie haben das Change Management also als aktiven Teil des Projekts genutzt und mithilfe des Feedbacks die Lösung kontinuierlich verbessert.
Da die fertige Lösung so gut funktionierte, hat die BINDER GmbH den Prozess auch auf die Subunternehmen BINDER Inc. In New York und BINDER Shanghai ausgerollt. Dort gab es noch andere Herausforderungen, weil es im Ausland bspw. aufgrund des anderen Versands andere Wiederbeschaffungszeiten gibt. Dennoch konnte die Lösung hier zum Großteil übertragen werden, sodass nun auch die anderen Standorte von der Lösung profitieren.
Aktuell hat die BINDER GmbH keinen Bedarf mehr für weitere Automatismen und Regeln. Der Materialstammdatenpflegeprozess ist optimiert und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Das Projekt ist daher erfolgreich abgeschlossen.
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