Im SAP-Einkauf steckt oft mehr manueller Aufwand als das System-Setup vermuten lässt. Ein klassisches Beispiel sind Auftragsbestätigungen, die zwar eingehen, aber im System nicht sauber verarbeitet werden. Gerade hier wird deutlich, ob SAP lediglich Belege sammelt oder den Prozess aktiv steuert. Wenn Bestätigungen falsch oder unvollständig im System landen, führt das oft zu Nacharbeit, Medienbrüchen und instabilen Folgeprozessen. In diesem Praxisbeispiel zeigen wir, wie ein Unternehmen die manuelle Verarbeitung von Auftragsbestätigungen durch Automatisierung ersetzt und seine SAP-Einkaufsprozesse somit stabilisiert hat.

Vom Alltagsthema zum strukturellen Engpass

Das betrachtete Unternehmen ist deutschlandweit in den Bereichen Transport, Logistik und Personenverkehr tätig. Mehr als 40.000 Mitarbeitende, zahlreiche Standorte sowie dezentral organisierte Einkäufer und Planer prägen seine Struktur. Eine zentrale Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb ist eine effiziente Instandhaltungs- und Werkstattplanung, die wiederum maßgeblich von verlässlichen Lieferterminen für Ersatzteile abhängt.

Im Tagesgeschäft gingen die Auftragsbestätigungen der Lieferanten überwiegend per E-Mail ein – meist als PDF, teilweise als Scan. Eine einheitliche Weiterverarbeitung war jedoch nicht etabliert. Einige Auftragsbestätigungen wurden manuell in SAP erfasst, andere blieben unberücksichtigt. Liefertermine waren dadurch häufig nicht bestätigt und Abweichungen wurden erst spät erkannt. Um Ausfälle zu vermeiden, arbeiteten die Planer deshalb mit großzügigen Zeitpuffern.

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Analyse und Zielbild

Zu Beginn des Projekts analysierte das Unternehmen gezielt die größten Engpässe in den bestehenden Prozessen. Dabei zeigte sich schnell, dass nicht fehlende SAP-Funktionen die Ursache waren, sondern der Medienbruch bei eingehenden Auftragsbestätigungen. Die Folgen waren eine unnötig hohe Sicherheitsbestände und ein erheblicher manueller Aufwand im Einkauf.

Das Ziel war klar definiert: Auftragsbestätigungen sollten vollständig, strukturiert und zeitnah im SAP-System zur Verfügung stehen, ohne dass den Mitarbeitern ein zusätzlicher Erfassungsaufwand entsteht.

Umsetzung

Nach einer Make-or-Buy-Bewertung entschied sich das Unternehmen für den Einsatz eines OCR- und KI-gestützten Tools, das sich nahtlos in die bestehende SAP-Landschaft integrieren ließ. Parallel dazu wurden die relevanten SAP-Prozesse entsprechend angepasst. Seit der Umsetzung erkennt das System eingehende Dokumente automatisch, klassifiziert sie als Auftragsbestätigungen und liest die relevanten Inhalte aus. Liefertermine, Mengen und Preise werden direkt der jeweiligen Bestellung in SAP zugeordnet. Abweichungen erkennt das System selbstständig und kennzeichnet sie zur weiteren Klärung.

Für Sie als Anwender verändert sich der Arbeitsalltag damit grundlegend, da Standardfälle vollständig automatisiert verarbeitet werden. Ein Eingreifen durch die Mitarbeitenden ist nur noch bei Abweichungen oder Klärungsbedarf erforderlich.

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Messbare Ergebnisse im Tagesgeschäft

Die positiven Effekte zeigten sich bereits nach kurzer Zeit. Der manuelle Aufwand im Einkauf sank deutlich, was einer Einsparung von bis zu zwei Vollzeitstellen entspricht. Gleichzeitig verbesserte sich die Planungssicherheit in Wartungs- und Instandhaltungsprozessen, da bestätigte Liefertermine systematisch und zuverlässig verfügbar waren.

Besonders spürbar war der Einfluss auf die Kapitalbindung. Durch den Wegfall von Zeitpuffern konnte das Unternehmen seine Bestände im Ersatzteilbereich um rund 30 Prozent reduzieren. SAP entwickelte sich somit vom reinen Verwaltungssystem zu einem verlässlichen Taktgeber für nachgelagerte Prozesse.

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Fazit

Die Automatisierung von Auftragsbestätigungen hat sich in diesem Projekt als wirkungsvoller Hebel im SAP-Einkauf erwiesen. Die verbesserte Datenqualität, die höhere Planungssicherheit und der geringere manuelle Aufwand wirkten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. Das Praxisbeispiel zeigt somit, dass bereits mit überschaubarem Aufwand spürbare und messbare Verbesserungen erzielt werden können.

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Aaron Rudolf

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